Das Statut sowie die Geschäftsordnung der Steirischen Volkspartei in aktueller Fassung.
1985 – 1995
Das verfrühte Jahrhundertende
Im Jahr 1985 stand die Steiermark vor großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen. Die ÖVP war mit Persönlichkeiten wie Josef Krainer jun., Waltraud Klasnic und Friedrich Niederl fest verankert und dominierte die Landespolitik. Trotz regionaler Skandale wie dem Glykolwein-Fall und Herausforderungen wie dem stärksten Schneefall seit Jahrzehnten blieb die Steiermark politisch stabil. Kulturelle Entwicklungen und strenge Weinregelungen zeigten den Weg zu internationaler Anerkennung. Das Jahrzehnt kündigte sich als eine Zeit tiefgreifender Veränderungen an, geprägt von technologischen Grenzen und dem Beginn des Endes des Kalten Krieges.
Abgesang der Verstaatlichen
Die Obersteiermark durchlebte in den 1980er Jahren eine schwere Krise der verstaatlichten Industrie mit Arbeitsplatzabbau und dem Zerschlag der VOEST nach Spekulationsverlusten. Der Strukturwandel leitete den Übergang zu neuen Branchen, besonders der Automobilindustrie, ein. Politisch erfolgte unter Landeshauptmann Josef Krainer ein Regierungsumbau: Franz Wegart wurde Landtagspräsident, Franz Hasiba Landesrat, Kurt Jungwirth Stellvertreter und Kulturgestalt. Der Kulturpolitiker Hanns Koren verstarb, Josef Riegler übernahm Umweltfragen. Diese Entwicklungen prägten das politische und wirtschaftliche Klima der Steiermark nachhaltig.
Drachenkämpfe
Mitte der 80er Jahre geriet die Steirische Volkspartei in einen heftigen Konflikt mit der Bundesregierung wegen der Stationierung der Saab-Draken-Abfangjäger in Graz und Zeltweg. Trotz massiver Proteste, Demonstrationen und eines erfolgreichen Anti-Draken-Volksbegehrens mit über 244.000 Stimmen konnten die Flugzeuge nicht verhindert werden. Umwelt- und Lärmbedenken prägten die ablehnende Haltung. Die Auseinandersetzung führte zu Spannungen innerhalb der Partei und sogar zur Androhung einer „halben Abspaltung“. Die Draken landeten 1988 schließlich in der Steiermark, womit die kontroverse Episode endete.
Superwahljahr 1986
Mitte der 1980er erlebte die Steirische Volkspartei unter Josef Krainer einen Aufschwung und gewann die Landtagswahl 1986 mit 51,75 %. Kurt Waldheims umstrittene Präsidentschaftswahl prägte die politische Stimmung. Die SPÖ wechselte Bundeskanzler von Sinowatz zu Vranitzky, die FPÖ von Steger zu Haider, was langfristige Folgen hatte. Die Grünen und FPÖ zogen erstmals in den Landtag ein. Trotz Erfolge in der Steiermark schwächelte die ÖVP auf Bundesebene, verlor Landtagswahlen und trat 1987 eine Große Koalition mit der SPÖ ein. 1990 wurde Josef Riegler Bundesparteiobmann, doch die FPÖ gewann deutlich an Einfluss.
Politische und gesellschaftliche Umbrüche in der Steiermark und Österreich
Die Steirische Volkspartei festigte ihre Rolle als Landeshauptmannpartei und engagierte sich auch außenpolitisch im Alpe-Adria-Raum. Kulturpolitik blieb trotz linker Mehrheit der Künstler eine ÖVP-Domäne. 1987 endete die Ära der Parteizeitungen. Die FPÖ erstarkte mit schärferer Rhetorik, die SPÖ wurde konfrontativer – das politische Klima verschärfte sich. Zwischen 1986 und 1995 durchlebte die Kirche Turbulenzen, während der Lucona-Skandal Politikerstürze auslöste. Weltpolitisch prägten der Fall der Berliner Mauer, der Zerfall Jugoslawiens und Österreichs EU-Beitritt 1995 die Zeit.
Die heimische Szene
1989 wurde Jörg Haider Landeshauptmann in Kärnten, 1991 wegen umstrittener Äußerungen abgewählt, 1999 bis 2008 erneut im Amt. 1991 verlor die Steirische Volkspartei ihre absolute Mehrheit, die Landesregierung wurde neu verteilt. Politisch dominierten zunehmende Pluralisierung und Wählerfluktuation. 1994 blieb die Große Koalition, Wolfgang Schüssel wurde 1995 Bundesparteiobmann. In der Steiermark blockierte die SPÖ zunehmend Vorhaben, die Landtagswahl 1995 endete knapp zugunsten der ÖVP. Josef Krainer trat zurück, Waltraud Klasnic wurde 1996 als erste Frau Landeshauptmann in Österreich.
Zur Jahrtausendwende
1992 wurde Thomas Klestil mit knapp 57 % Bundespräsident. Im selben Jahr wurde der EU-Vertrag von Maastricht unterzeichnet, mit Haushaltsregeln für Mitgliedsstaaten. Während der Welt nach dem Kalten Krieg Frieden schien, brach der Zweite Golfkrieg aus, und auf dem Balkan begann 1992 die lange Belagerung von Sarajevo. Trotz Kriegen wuchs Mitte der 90er Jahre die Zahl demokratischer Staaten weltweit. 1995 feierte man 50 Jahre Zweiter Weltkrieg-Ende, UNO, Zweite Republik und ÖVP-Gründung. Die steirische Wirtschaft florierte, die Demokratie funktionierte, doch eine spätere Wirtschaftskrise stellte die Zuversicht auf die Probe.



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