Außerordentliche Klubsitzung: Christlich-Soziale Werte und Nachhaltige Energien im Fokus des Arbeitsgesprächs im Landhaus

Der Landtagsklub der Steirischen Volkspartei hat unter Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom & Klubobmann Lukas Schnitzer eine außerordentliche Klubsitzung abgehalten. „Im Mittelpunkt stand ein intensives Arbeitsgespräch mit zwei hochkarätigen Gastvortragenden, die mit den Abgeordneten zentrale Zukunftsfragen diskutierten, von der ethischen Grundlage politischen Handelns bis hin zur Sicherung einer leistungsfähigen, erneuerbaren Energieversorgung“, so der Klubobmann.

Politisches Ethos als Kompass

Den Auftakt machte Thomas Gremsl, Leiter des Instituts für Ethik und Gesellschaftslehre der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz. Sein Impulsreferat beleuchtete moralische Leitplanken und politisches Ethos in der täglichen politischen Arbeit.

Klubobmann Lukas Schnitzer, Thomas Gremsl, Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom © StVP
Klubobmann Lukas Schnitzer, Thomas Gremsl, Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom © StVP

Gremsl machte deutlich: „Moralische Werte und Prinzipien treten heute in einzelnen Bereichen des Lebens dem Anschein nach zunehmend in den Hintergrund, während das Recht als zentraler Orientierungsanker mehr in den Vordergrund rückt.“ Sozialprinzipien wie Personalität, Solidarität und Subsidiarität, so der Ethiker, seien jedoch nichts Geringeres als wesentliche Baugesetze unserer Gesellschaft. Mit Verweis auf Max Webers Klassiker „Politik als Beruf“ erinnerte er an das bekannte Diktum: „Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich.“

Besonderes Augenmerk legte Gremsl auf die spürbare Grenzverschiebung in der politischen Kommunikation und auf das, was gesellschaftlich noch als Norm betrachtet wird. Sein Plädoyer: Es brauche menschenwürdige Leitplanken statt bloßer roter Linien und einen tragfähigen Wertekompass, der politisches Handeln dauerhaft orientiert.

Wasserkraft als Garant der Versorgungssicherheit

„Globale geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen haben auch auf den Energiesektor in Österreich großen Einfluss und machen eine Wende notwendig“, so Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom und sagt weiter: „Weitere Investitionen sind dringend notwendig und müssen auch zugelassen werden. Der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere in den Bereichen Wasser, Wind und Photovoltaik, ist in den kommenden Jahren ein wichtiger Meilenstein für die steirische Wirtschaft.

Klubobmann Lukas Schnitzer, Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer, Michael Amerer, Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom, Energiesprecher Franz Fartek © StVP
Klubobmann Lukas Schnitzer, Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer, Michael Amerer, Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom, Energiesprecher Franz Fartek © StVP

Deshalb gab im zweiten Teil der Sitzung Michael Amerer, Geschäftsführer der Verbund Hydro Power, einen fundierten Einblick in die Bedeutung der heimischen Wasserkraft. Das Ziel der Steirischen Volkspartei ist klar: ein versorgungssicheres, unabhängiges und erneuerbares Stromsystem für Österreich.

Amerer unterstrich den hohen Stellenwert kontinuierlicher Investitionen: „Allein im vergangenen Jahr 2025 hat die Wasserkraft im Verbund drei neue Kraftwerke eröffnet mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von 750 Millionen Euro. Bis 2028 sollen weitere vier Milliarden Euro für den Ausbau von Infrastruktur, neue Erneuerbare und Revitalisierung sowie den Neubau von Kraftwerken in Österreich folgen. Die Wasserkraft ist die wichtigste Energiequelle Österreichs und zugleich Garant für Versorgungssicherheit und Systemstabilität“. Ihre wirtschaftliche Hebelwirkung ist beachtlich: Jeder investierte Euro löst 4,30 Euro an österreichischer Wertschöpfung aus.

Für die Steiermark bedeutet das konkret, dass die Wasserkraftwerke von VERBUND 820.000 Haushalte mit Strom aus Wasserkraft versorgen können. Amerer appellierte mit Nachdruck, die Energiewende konsequent voranzutreiben und Abhängigkeiten von Energieimporten spürbar zu reduzieren.

 

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