Steirische Volkspartei: SteirerTalk debattierte über Digitalisierung des Arbeitsmarkts

Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom: „Wir stärken das Zukunftsland Steiermark, wenn wir jungen Menschen echte Chancen eröffnen“

Monika Fuchs, Expertin für HR und digitale Transformation des Arbeitsmarktes © StVP

(Mittwoch, 29. April 2026) – Unter dem Titel „New Jobs, no future? Wie junge Menschen in einer digitalisierten Arbeitswelt ihren Platz finden“ stand der dritte Steirertalk der Steirischen Volkspartei ganz im Zeichen eines tiefgreifenden Wandels am Arbeitsmarkt. Inhaltlich ging es unter anderem darum, welche Veränderungen die Digitalisierung mitbringt, vor welchen Herausforderungen junge Menschen stehen und welche Erwartungen Unternehmen mitbringen. Thematisch spannte die Steirische Volkspartei damit auch die Brücke zum Tag der Arbeit am 1. Mai. Als Fachleute lieferten Monika Fuchs, Expertin für HR und digitale Veränderungen der Arbeitswelt, sowie Thomas Gremsl, Leiter des Instituts für Ethik und Gesellschaftslehre an der Universität Graz, ihre Einschätzungen.

„Mit dieser Ausgabe des SteirerTalks stellen wir den Wandel am Arbeitsmarkt ganz bewusst in den Mittelpunkt. Nicht zuletzt die Arbeitsreise der Steiermärkischen Landesregierung hat uns gezeigt, wie rasant der Wandel im Arbeitsmarkt erfolgt und vor welchen Entwicklungen unser Wirtschaftsstandort noch steht. Viele Veränderungen können wir nicht aufhalten, sondern müssen sie zum Vorteil unseres Landes nutzen. Daher stärken wir das Zukunftsland Steiermark aktiv, wenn wir uns damit auseinandersetzen und vor allem jungen Menschen echte Chancen eröffnen“, so Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom im Vorfeld des SteirerTalks. „Als Politik müssen wir beide Seiten im Blick haben: die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genauso wie die Perspektive der Betriebe. Nur wenn wir beides zusammen denken, schaffen wir faire Bedingungen, echte Perspektiven und eine starke Zukunft für unser Land.“

Thomas Gremsl, Leiter des Instituts für Ethik und Gesellschaftslehre an der Universität Graz © StVP

„Der Arbeitsmarkt ändert sich gerade durch Digitalisierung sehr stark, vor allem international. Aber auch in Österreich werden immer mehr digitale Kompetenzen gefordert, insbesondere in Kombination mit künstlicher Intelligenz. Dadurch entstehen neue Arbeitsprofile“, sagt HR-Expertin Fuchs. Aus sozialethischer Perspektive ergänzt Gremsl: „Die zentrale Frage ist: Wie gestalten wir diesen Wandel? Er ist keine Naturgewalt, sondern menschengemacht und damit eben auch gestaltbar. Ganz wesentlich ist, dass wir die Gestaltung dieser Transformationsprozesse nach gehaltvollen Werten ausrichten und nicht nach den Interessen einiger weniger, damit sich dieser Wandel menschenwürdig und sozialverträglich vollziehen kann.“

Bei der dritten Ausgabe des SteirerTalks hatte erstmals das Publikum die Möglichkeit, über eine digitale Umfrage seine Meinung kundzutun. Für die Herausforderung junger Menschen, sich am Arbeitsmarkt zu orientieren, machte es dabei hauptsächlich eine zu große Zahl an Auswahlmöglichkeiten und fehlende Orientierung verantwortlich.

Die Experten forderten von jungen Menschen unisono mehr Eigeninitiative ein, hielten jedoch auch fest, dass Gesellschaft und Politik die Rahmenbedingungen schaffen müssen, die jungen Menschen helfen, sich in der Arbeitswelt zu entfalten. Fuchs nahm dabei vor allem das Bildungssystem in die Pflicht und meinte: „Ich frage mich, warum wir nicht schneller reagieren können, warum wir den Lehrplan nicht ändern und Lehrkräfte dazu verpflichten können, sich digitale Kompetenzen anzueignen.“ Gremsl sah auch die Politik gefordert: „Die öffentliche Hand muss Bedingungen schaffen, damit Menschen sich entfalten können. Nicht nur im urbanen Kontext, sondern auch in der Peripherie. Das beginnt bei der Infrastruktur. Wenn beispielsweise von gewissen Orten keine Busse mehr fahren, dann haben es junge Menschen ohne Auto schwer, etwa in die Bezirkshauptstadt zu fahren und dort eine Ausbildung wahrzunehmen.“ Zwischen den Experten herrschte Konsens, das aktuell noch Diskrepanzen zwischen den Erwartungen von Unternehmen und tatsächlichen digitalen Kompetenzen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bestehen. Hier sahen Fuchs und Gremsl sowohl Eigeninitiative der Menschen als auch gezieltes Investieren seitens der Unternehmen in diesen Bereich als entscheidend an.

Über eine digitale Umfrage konnten die Zuseherinnen und Zuseher sich an der Debatte beteiligen © StVP

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