Steirische Volkspartei trauert um LR a.D. Hermann Schaller

LH-Stv. Manuela Khom (l.), LH.aD. Hermann Schützenhöfer (2.v.l.), Botschafterin Jolanta Róża Kozłowska (4.v.l.) bei der Überreichung der Solidarność-Dankbarkeitsmedaille an Landesrat a.D. Hermann Schaller (3.v.l.) im Jahr 2021 (© Landtagsdirektion)

Die Steirische Volkspartei trauert um Landesrat a.D. Dipl.-Ing. Hermann Schaller. Hermann Schaller wurde am 20. Dezember 1932 in Ungerdorf als eines von sieben Kindern in einer steirischen Bauernfamilie geboren. Nach seiner Matura in Knittelfeld 1951 studierte er an der Theologischen Fakultät der Universität Graz zwei Jahre lang, wechselte jedoch 1953 an die Universität für Bodenkultur Wien, wo er Landwirtschaft studierte und 1957 absolvierte. In den Jahren 1957 bis 1959 war er Betriebsberater in der Landwirtschaft, von 1959 bis 1964 Diözesanführer der Katholischen Jugend, anschließend Generalsekretär der Katholischen Aktion. 1964 wurde er Landesschulinspektor für Landwirtschaftliche Schulen in der Steiermark, in weiterer Folge Vorstand der Landwirtschaftlichen Schulabteilung, eine Position, die er bis 1987 innehatte.

Auf Vorschlag von Josef Krainer senior zog Schaller 1965 als Abgeordneter der ÖVP in den Steirischen Landtag ein wo er seinen oststeirischen Heimatbezirk Weiz 22 Jahre lang vertrat. 1987 wurde er Mitglied der Landesregierung, als Landesrat war er für die Ressorts Land- und Forstwirtschaft, Wohnbau, Umwelt- und Raumordnung zuständig. Während seiner Zeit als Politiker setzte er sich insbesondere für Erneuerungen der Raumordnungs- und Naturschutzgesetze wie auch für Veränderungen im Bereich des Wohnbaues ein. 1991 zog sich Schaller aus der Politik zurück.

„Hermann Schaller hat als steirischer Umwelt- und Agrarlandesrat neue Maßstäbe gesetzt. Zeile für Zeile hat er ganz wesentliche Weichenstellungen, etwa die Erneuerungen der Raumordnungs- und Naturschutzgesetze für die Steiermark, verhandelt – und das verbindend über Parteigrenzen hinweg. Besonders epochal war aber seine Wohnbaupolitik, mit der er dafür gesorgt hat, die Schaffung von Eigentumswohnungen in der Steiermark zu erleichtern. Aber nicht nur als Landesrat, sondern auch als langjähriger Abgeordneter der Steirischen Volkspartei im Landtag hat er in unserer Steiermark und insbesondere im ländlichen Raum seine Handschrift hinterlassen. Mir persönlich wird aber vor allem seine Auszeichnung mit der Solidarność-Dankbarkeitsmedaille, deren Verleihung ich 2021 ausrichten durfte, in Erinnerung bleiben. Diese polnische Auszeichnung wurde ihm zuteil, weil er sich nicht nur in unserer Heimat, sondern auch über unsere Landesgrenzen hinaus für den Bauernstand engagiert hat und sich in Polen für den Kampf um die Wiedererlangung der Freiheit eingesetzt hat. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seinen Angehörigen und der gesamten Trauerfamilie“, ehrt Landesparteiobfrau Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom den verstorbenen Landesrat a.D.

Schaller war sein Leben lang sozial engagiert. Schon früh unterstützte er mit seiner Ehefrau Ilse die Solidarnosc in Polen, als er während der kommunistischen Herrschaft in Polen mit den wichtigsten Persönlichkeiten des polnischen Widerstandes Kontakt aufnahm und seine „Landmaschinenaktion“ begann. Diese transportierte von steirischen Bauern gespendete, gebrauchte und überholte Landmaschinen nach Polen, insgesamt beinahe 300 Waggons beladen mit Hilfsgütern für die polnische Landwirtschaft.

1985 gründete er den gemeinnützigen Verein Solidarität mit Lateinamerika, der soziale Projekte in Lateinamerika finanziert. Nach seiner Pensionierung 1991 war er von 1994 bis 2006 Vorsitzender der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungsförderung und des Welthauses Graz, von 1994 bis 2000 Vorsitzender des Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED).

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