VP-Weiz fordert praxistaugliche Lösung gegen Biberschäden

Biberpopulation in der Steiermark wächst rasant – Forderung nach Entnahmemöglichkeiten wird lauter

Schäden durch Biber
Schäden durch Biber

Die rapide Zunahme der Biberpopulation in der Steiermark führt zunehmend zu Problemen für die Land- und Forstwirtschaft. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um einzelne Tiere kontrolliert entnehmen und so Schäden eindämmen sowie eine geregelte Koexistenz mit dem geschützten Tier ermöglichen zu können.

Laut dem aktuellen „Bibermonitoring Steiermark 2024″, das im Auftrag der steirischen Landesregierung erstellt wurde, ist die Zahl der Biberreviere seit 2019 von 169 auf 314 gestiegen – ein Zuwachs von über 85 Prozent. Die geschätzte Anzahl der Biber hat sich im selben Zeitraum um rund 65 Prozent erhöht, von 603 auf 927 Tiere.

Mit der zunehmenden Verbreitung der Tiere steigen auch die Schäden an landwirtschaftlicher Infrastruktur. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, besuchten Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Landtagsabgeordnete Silvia Karelly und Bürgermeister Herbert Pillhofer kürzlich eine Biberburg in Pischelsdorf.

Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Bgm. Herbert Pillhofer
Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Bgm. Herbert Pillhofer

„Gerade im Bereich dieses Biberbaus soll eine Hochwasserschutzmaßnahme errichtet werden. In diesem Bereich gefährdet der Biber aktiv unsere Gemeindebewohner“, so Bürgermeister Herbert Pillhofer.

 

Dringender Handlungsbedarf

„Wir sind mit kaputten Drainagen, überfluteten Feldern und unbewirtschaftbaren Flächen konfrontiert – es ist wie eine stille Enteignung“, so Kammerobmann Sepp Wumbauer. Es ist notwendig, rasch und unbürokratisch Möglichkeiten zur Entnahme einzelner Problembiber sowie zur Entfernung besonders schadensträchtiger Biberburgen zu schaffen.

Besonders betroffen sind die Bezirke Weiz, Hartberg-Fürstenfeld, Leibnitz und Südoststeiermark. Dort führen Biberdämme 1n Vorflutergräben zu erheblichem Wasserrückstau. Die Folge: Verstopfte Drainagen, nicht abfließendes Regenwasser, überflutete Felder und unbefahrbare Wiesen.

Zudem richten Biber erhebliche Schäden an Nutzgehölzen an, indem sie Bäume fällen oder deren Rinde stark verletzen. Viele dieser Bäume sterben innerhalb kurzer Zeit ab – was wirtschaftliche Folgen für die Grundeigentümer hat.

 

Ziel: Regelung mit Augenmaß

Gefordert wird eine praxistaugliche Verordnung mit:

  • einem strengen Monitoring der Population
  • der Möglichkeit      zur     Entfernung      schadenverursachender Biberburgen durch Grundeigentümer
  • sowie der kontrollierten Entnahme  von Problembibern  durch Jagdausübungsberechtigte

„Es ist nicht unser Ziel, den Biber auszurotten“, so die klare Haltung der Landtagsabgeordneten Silvia Karelly. Sie erklärt: ,,Wir wollen eine geregelte Koexistenz, bei der Tierschutz undlandwirtschaftliche Nutzung gemeinsam gedacht werden. Es braucht praxistaugliche Lösungen, um große Schäden am Ökosystem, aber vor allem auch eine Gefährdung unserer Gemeindebewohner zu verhindern.“

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