Die Geschichte der Steirischen Volkspartei

Die Steirische Volkspartei wurde am 18. Mai 1945 in Graz gegründet. Dem ersten Parteivorstand gehörten unter anderem Alois Dienstleder, Josef Hollersbacher und Anton Pirchegger an. Bereits eine Woche darauf wurde das Parteistatut von der sowjetischen Besatzungsmacht genehmigt und der Volkspartei das Palais Galler am Karmeliterplatz als Geschäftsstelle zugewiesen.

Bis zum heutigen Tag ist dort die Parteileitung untergebracht. Dienstleder wurde zum Vorsitzenden gewählt, jedoch war die Positionierung noch weitgehend unklar. Bei den ersten Landtagswahlen am 25. November 1945 erreichte die STVP mit 53% der Stimmen die absolute Mehrheit, Pirchegger wurde zum Landeshauptmann gewählt, während der neue Parteiobmann Alfons Gorbach nach Wien in den Nationalrat ging. Da man Landeshauptmann Pirchegger vorwarf, sich gegen die SPÖ nicht genug durchsetzen zu können, trat er am 6. Juli 1948 zurück und wurde durch Josef Krainer Senior, den bisherigen Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, abgelöst. Die STVP versuchte in den Nachkriegsjahren (ebenso wie die politische Konkurrenz), Angehörige des „Dritten Lagers“ bzw. ehemalige Nationalsozialisten für sich zu gewinnen. Dazu dienten etwa der Ennstaler Kreis und die „Junge Front“ von Ernst Strachwitz, sowie verschiedene Heimkehrer- bzw. Amnestie-Komitees. Es gelang großteils, die Wählerschaft des früheren Landbundes zu erschließen. Bei der Landtagswahl 1949 blieb man bis 1953 aufgrund der Wahlarithmetik mandatsstärkste Partei.

Bei der Landtagswahl 1957 setzte man erstmals auf einen Persönlichkeitswahlkampf rund um Josef Krainer und konnte erdrutschartige Gewinne verzeichnen. Bei den folgenden Wahlen erzielte die Partei stets einen größeren Stimmenanteil als bei den jeweiligen Nationalratswahlen und eroberte mehrmals die absolute Stimmen- und Mandatsmehrheit. Unter Friedrich Niederl, der nach Krainers Tod im November 1971 Landeshauptmann und Parteiobmann geworden war, erreichte die STVP bei der Wahl 1974 mit 53,27% und 31 Mandaten ihr bisher bestes Ergebnis. Am 4. Juli 1980 wurde Josef Krainer Junior zum neuen Landeshauptmann gewählt und wurde zugleich Landesparteiobmann, eine Funktion, die er bereits unter Niederl geschäftsführend innegehabt hatte. Die 1980er Jahre waren politisch vor allem durch die Krise der verstaatlichten Industrie und den Kampf gegen die Stationierung der Saab 35 Draken-Abfangjäger in Zeltweg geprägt.

1991 verlor die STVP zum ersten Mal seit 1957 die absolute Mandatsmehrheit, Krainer wurde aber mit den Stimmen aller drei Landtagsparteien einstimmig als Landeshauptmann wiedergewählt. Nach einer erneuten Niederlage bei der Landtagswahl 1995 trat Krainer zurück, Landesparteiobmann und Landeshauptmann wurde mit Waltraud Klasnic erstmals in der Geschichte Österreichs eine Frau. Klasnic wurde im Landtag gegen den Kandidaten der mandatsgleichen SPÖ mit den Stimmen der FPÖ gewählt. Nach der Nationalratswahl 1999 trat die Steirische Volkspartei als Fürsprecher einer schwarz-blauen Koalition in Wien auf, die schließlich im Februar 2000 unter Wolfgang Schüssel gebildet wurde. Bei der Landtagswahl 2000 konnte die Partei über elf Prozentpunkte zulegen.

Fünf Jahre später verlor die Volkspartei bei der Wahl 2005 erstmals die relative Mandatsmehrheit, Waltraud Klasnic trat zurück und Franz Voves von der SPÖ wurde neuer Landeshauptmann. Designierter Landesparteiobmann der Steirischen Volkspartei und Erster Landeshauptmann-Stellvertreter wurde Hermann Schützenhöfer, der am 18. März 2006 offiziell den Parteivorsitz übernahm.

Die Landtagswahl 2010 endete mit leichten Stimmenverlusten für die STVP. Bis 2015 wurde aber mit der SPÖ unter Landeshauptmann Franz Voves weiterregiert. Bei der darauffolgenden Landtagswahl im Mai desselben Jahres kam es zur Neuauflage von rot-schwarz, wobei Hermann Schützenhöfer als Chef der zweitstärksten Partei das Amt des Landeshauptmanns übernahm.

(Quelle: STVP & Wikipedia)