Wichtige Weichenstellungen für weiteren Breitbandausbau

Der künftige Breitbandausbau erfolgt in der Steiermark auf Basis regionaler Masterpläne und mit einer landeseigenen Breitbandinfrastrukturgesellschaft, die alle Aktivitäten in Bezug auf den Breitbandausbau koordinieren und in Regionen, in denen kein Ausbau durch Provider stattfindet, selbst die notwendige Infrastruktur errichten wird. Die Masterpläne werden in allen Regionen erstellt und von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer finanziell unterstützt. Dazu wurde ein entsprechender Call durchgeführt. Auf Antrag von Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl hat die Landesregierung adie Gründung der „Steirischen Breitband- und Digitalinfrastrukturgesellschaft (SBIDI)“ beschlossen.

LR Barbara Eibinger-Miedl und LH-Stv. Michael Schickhofer starten die Offensive für den Breitbandausbau in der Steiermark. © Land Steiermark

Masterpläne für die Steiermark
Für Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer müssen alle Steirerinnen und Steirer, in Graz und in allen Teilen der Steiermark, Zugang zu Breitband und Glasfaseranbindungen haben: „Unsere Jungen wollen superschnelles Internet und unsere Unternehmen brauchen bestes Highspeed-Internet. Daher schaffen wir mit den Masterplänen die Grundlagen dafür, dass alle Steirerinnen und Steirer, ob am Land oder in der Stadt, superschnelles Internet bekommen.“

Der Breitbandausbau auf einen modernen Standard mit Glasfaseranbindungen und entsprechenden Kapazitäten bildet eine zentrale Aufgabe für die Versorgung in den Regionen. Zum einen soll der Bevölkerung eine zeitgemäße Inanspruchnahme von Dienstleistungen ermöglicht werden, zum anderen ist eine qualitative Internetanbindung für Unternehmen mittlerweile die grundlegende Voraussetzung bei der Standortwahl – sowohl in der Neuansiedelung als auch in der Absicherung und Erweiterung bestehender Betriebsstandorte.

Oberstes Prinzip ist die strategische Vorbereitung und Abstimmung aller Einzelmaßnahmen im Rahmen sogenannter „Regionaler Masterpläne“, um

  • einen Überblick über die vorhandene Netzqualität in der Region zu erhalten
  • effiziente Ausbaumaßnahmen zu definieren und eine hohe Ausschöpfung der Bundesfördermittel („Breitband-Milliarde“) sicherzustellen,
  • Einzelmaßnahmen und Kleinprojekte (Straßensanierungen, Kanalbauarbeiten etc.) für den Breitbandausbau zu nutzen (Stichwort: Mitverlegung) und
  • eine Abstimmung zwischen den Gemeinden und Infrastrukturbetreibern/Anbietern in den Regionen

zu erreichen.

Die Erfassung und Darstellung möglicher Synergiepotentiale erfolgt durch Abstimmung mit den lokalen Versorgern (Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Fernheizung usw.), lokalen Telekommunikationsanbietern, Behörden, öffentlichen Körperschaften und Bauträgern. Diese Synergiepotentiale, bestehende Leitungen und Bauvorhaben werden als mögliche Kabeltrassen in den Masterplan eingepflegt.

Durch diese Masterpläne können die Datennetze durch eine größtmögliche Ausschöpfung aller Synergien effizient, schnell und leistbar ausgebaut werden.

Rascherer Breitbandausbau mit „SBIDI“
Der Breitbandausbau wird in Zukunft wesentlich durch die neue Breitbandinfrastrukturgesellschaft „SBIDI“ vorangetrieben. Zentrale Aufgabe der Gesellschaft, die zu 100 Prozent im Eigentum des Landes stehen wird, ist die Errichtung von Breitbandinfrastruktur in jenen Regionen, in denen kein Ausbau durch private Anbieter stattfindet. Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl sieht darin einen wichtigen Schritt, um die flächendeckende Versorgung mit Hochleistungsinternet zu beschleunigen: „Wir müssen sicherstellen, dass auch der ländliche Raum mit schnellem Internet versorgt ist, damit sich unsere Regionen im Zeitalter der Digitalisierung positiv entwickeln können und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das funktioniert aber nur, wenn sich die öffentliche Hand stärker als bisher engagiert. Das tun wir mit der neuen Breitbandinfrastrukturgesellschaft.“

Die Gesellschaft wird bestehende Lücken schließen, indem sie in unterversorgten Gebieten die notwendige Infrastruktur wie Glasfasernetze von Tief- oder Netzbauunternehmen errichten lässt und diese dann nach einer öffentlichen Ausschreibung an einen Netzbetreiber verpachtet. Der Betreiber kann selbst Internet- und Onlinedienste anbieten, muss die Nutzung der Infrastruktur aber allen Diensteanbietern zu denselben Bedingungen ermöglichen. Neben dem Infrastrukturausbau hat SBIDI auch eine Koordinationsfunktion. „Bei der Gesellschaft werden die Fäden der in der Steiermark mit Breitband befassten Akteure zusammenlaufen, damit der Ausbau in Zukunft rascher und strategischer erfolgt als bisher“, so Landesrätin Eibinger-Miedl.

Der nächste Schritt ist die Ausschreibung der Geschäftsführung für die „SBIDI“. Die notwendige Genehmigung der Aktivitäten und der finanziellen Ausstattung der Gesellschaft durch die Europäische Kommission wurde eingeleitet, sodass „SBIDI“ Ende des Jahres ihre Tätigkeit aufnehmen sollte.