Emotionale Diskussion beim DiensTalk zum Thema „Murstrom: grün oder böse?“

In der randvollen Parteizentrale am Karmeliterplatz legten gestern beim DiensTalk Befürworter und Gegner ihre Positionen teilweise sehr emotional auf den Tisch. „Das Murkraftwerk hat offensichtlich so viel Kraft gehabt, dass sogar die Grazer Gemeinderatswahl um ein gutes halbes Jahr vorverlegt wurde. Wir spüren in der täglichen Diskussion, dass dieses Projekt sehr viele bewegt und darum wollten wir einen DiensTalk dazu verwenden, die verschiedenen Positionen von Experten darzulegen und eine Diskussion zu ermöglichen“, mit diesen Worten begrüßte Hausherr Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg seine Gäste.

Detlev Eisel-Eiselsberg,  Urs Harnik-Lauris, Moderator Michael Fleischhacker, Clemens Könczöl  © STVP/Foto Fischer

Detlev Eisel-Eiselsberg, Urs Harnik-Lauris, Moderator Michael Fleischhacker, Clemens Könczöl © STVP/Foto Fischer

Harnik-Lauris: Das Murkraftwerk ist grün
Für Urs Harnik-Lauris, Konzernsprecher der Energie Steiermark, ist das Murkraftwerk grün: „Es ist die sauberste Energie zur Erzeugung CO2-freien Stroms für rund 45.000 Menschen in Graz und die beste Möglichkeit den Anteil erneuerbarer Energie in der Steiermark anzuheben!“ Außerdem schaffen wir ein neues Naherholungsgebiet entlang der Mur mit vielen Möglichkeiten für freizeitsuchende und sportlich aktive Grazerinnen und Grazer, betont Harnik-Lauris und verweist auch darauf, dass mit diesem seit 2. Jänner gestartetem Projekt viele Arbeitsplätze geschaffen werden, konkret über 1.800.

 

Könczöl: Das Kraftwerk kann nicht böse sein, der Strom aber nicht grün
„Das Murkraftwerk kann nicht böse sein, der Strom, der aus dem Kraftwerk gewonnen würde, ist aber auch nicht grün“, stellt Clemens Könczöl, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet die Mur“ seine Position zu Beginn klar. Das Murkraftwerk habe aus seiner Sicht viele negative Auswirkungen auf die Stadt Graz, meint Könczöl und spricht dabei zahlreiche gerodete Bäume und eine Rekordverschuldung der Stadt an. Laut Könczöl müsste es auch eine Volksbefragung geben. „Das hätten sie schon vor Jahren initieren können und nicht jetzt, wo alles auf Schiene ist“, hält Harnik-Lauris dagegen.

Nach zahlreichen Meldungen aus dem Publikum meint Eisel-Eiselsberg abschließend: „Es ist ein sehr emotionales Thema, das spürt man einfach in der Diskussion. Klar ist aber auch, dass eingefahrene Positionen heute nicht aufgeweicht wurden.“

Auch der nächste DiensTalk am 7. Februar wird spannend: „Graz hat gewählt: Wie geht es weiter?“ Darüber diskutieren Mag. Dr. Ernst Sittinger von der Kleinen Zeitung und der Grazer Politikwissenschaftler Ass.-Prof. Dr. Klaus Poier.