Vertragsloser Zustand zwischen GKK und Rotem Kreuz beendet

Der vertragslose Zustand zwischen der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse (GKK) und dem Roten Kreuz Steiermark ist ab sofort beendet und kein Patient, der seit dem 1. Juli einen Krankentransport des Roten Kreuz Steiermark in Anspruch genommen hat, wird diesbezüglich in Vorleistung gehen müssen. Diese gute Nachricht wurde heute Vormittag beim Pressegespräch im Weißen Saal der Grazer Burg verkündet, an dem neben Landeshauptmann Franz Voves, Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer, den Landesrätinnen Bettina Vollath und Kristina Edlinger-Ploder auch GKK-Obmann Josef Pesserl und Rotkreuz-Präsident Werner Weinhofer teilnahmen.

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Pesserl, Schützenhöfer, Edlinger-Ploder, Voves, Vollath und Weinhofer © steiermark.at/Jammernegg

LH Voves zeigte sich dankbar, „dass unsere Vermittlung gefruchtet hat und eine Lösung gefunden wurde, die für beide Seiten akzeptabel ist“. LH-Stv. Schützenhöfer sprach von „guten und herzhaften Gesprächen, wo keiner über den Tisch gezogen wurde“.

Gesundheitslandesrätin Edlinger-Ploder präsentierte das Projekt, das bis 2015 die Situation der Krankentransporte in der Steiermark optimieren soll: „Der Steiermärkische Gesundheitsfonds wird das Projekt begleiten. In dieser Zeit werden wir mehrere Parameter überprüfen. Genau ansehen müssen wir uns zum Beispiel die Notwendigkeit der einzelnen Krankentransporte hinsichtlich Fahrzeugeinsatz sowie die Abfolge, wo man gerade bei planbaren Rettungsfahrten Synergien künftig besser nutzen kann. Zu überprüfen ist außerdem die Qualität der Transporte – zum Beispiel ob der Patient sitzend oder liegend transportiert werden muss oder ob den Transport ein oder zwei Sanitäter begleiten sollen. Weiters geht es darum, die Verwaltung zu vereinfachen und damit kostengünstiger zu gestalten. Das Projekt läuft von 1. Juli 2013 bis 31. Dezember 2014 und wird vom Gesundheitsfonds mit 2,5 Millionen Euro finanziert. Auch die Ärzte werden sich sowohl im niedergelassenen als auch im Spitalsbereich einbringen, schließlich erstellen sie die entscheidenden Gutachten, wer welche Art von Rettungstransport braucht und unter welchen qualitativen Anforderung dieser durchgeführt werden muss. Alles in allem können wir sagen, dass wir eine Lösung im Sinne der österreichischen Gesundheitsreform gefunden haben und in Zukunft auf eine gemeinsame Planung und Steuerung bei den Krankentransporten setzen.“

Finanzlandesrätin Vollath unterstrich, dass „kein zusätzliches Landesgeld für dieses Projekt benötigt wird, da dafür Mittel aus dem Gesundheitsfonds eingesetzt werden, die genau für einen solchen Zweck zur Verfügung stehen“ und sprach von einem „beispielgebenden Projekt für das steirische Gesundheitsmanagement“.

GKK-Obmann Pesserl bezeichnete die Lösung als einen „Sieg der Vernunft“. „Im Mittelpunkt dieser Einigung steht der Patient, mit dem Projekt garantieren wir langfristig eine höhere Treffsicherheit und stellen sicher, dass wirklich jeder Patient genau das bekommt, was er braucht. 2012 bezahlt die GKK rückwirkend rund vier Prozent an Tariferhöhung, ebenso 2013 und 2014. Das heißt, die Tariferhöhung bis Ende 2014 beträgt rund 12 Prozent“.

Rotkreuz-Präsident Weinhofer betonte, „dass alle seit 1. Juli angefallenen Rechnungen zurückgezogen wurden“ und sprach den steirischen Landeshauptleuten sowie den Landesrätinnen Edlinger-Ploder und Vollath seinen Dank für ihr Mitwirken an dieser Lösung aus. „Wir waren gefordert: Es gab einen sanften Druck in Richtung Einigung und letztlich haben alle Beteiligten an dieser Lösung gearbeitet“.

Die Gespräche seien sehr partnerschaftlich geführt worden, die Reformpartnerschaft habe wohl auch hier durchgeschlagen, so Pesserl und Weinhofer.