„Einiges erreicht und noch viel vor!“

Vor einem Jahr wurde Mag. Christopher Drexler zum Landesrat für Wissenschaft, Forschung, Gesundheit und Pflegemanagement gewählt. In der heutigen Pressekonferenz zog er Bilanz und gab einen Überblick über die weiteren Vorhaben in seinem Ressort.

Landesrat Christopher Drexler: „Der Gesundheits- und Pflegebereich ist eine große politische Herausforderung, die einen besonderen Sorgfaltsmaßstab erfordert. Denn Krankheit und Pflegebedürftigkeit sind Extremsituationen im Leben jedes Menschen, in einer solchen Situation will niemand Kompromisse machen. Es waren sehr dichte Monate, weil wir schnell begonnen haben, sogenannte heiße Eisen anzupacken.“

Landesrat Christopher Drexler © Fischer

Landesrat Christopher Drexler © Fischer

Pflegeregress abgeschafft
Der Pflegeregress in der Steiermark wurde im Frühjahr 2014 abgeschafft und eine solide Gegenfinanzierung konnte sichergestellt werden. Damit konnte eine wesentliche Entlastung für die Angehörigen von Pflegeheimbewohnern und Pflegeheimbewohnerinnen erzielt werden.

Evaluierung Regionaler Strukturplan Gesundheit
Mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit 2011 wurde die Basis für die Weiterentwicklung und Neustrukturierung wesentlicher Bereiche der akutstationären Versorgung in enger Abstimmung mit den ambulanten Versorgungsstrukturen geschaffen. Im Vorjahr wurde der Regionale Strukturplan evaluiert. Insgesamt wurden 24 Projekte bzw. Maßnahmen analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass der Spitalsstandort Hörgas-Enzenbach doch weitgehend erhalten bleiben soll. Die übrig getroffenen Maßnahmen dahingehend haben sich als richtig herausgestellt.

Gemeindesanitätsdienst/Totenbeschau auf Schiene
Nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Gemeindebund, Ärztekammer und Gesundheitsressort des Landes, konnte eine Nachfolgeregelung für die seit 2003 langsam auslaufende distriktsärztliche Versorgung geschaffen werden. Die Durchführung der Totenbeschau, aber auch die Untersuchungen nach dem Unterbringungsgesetz sind damit sicher gestellt. 2

Umsetzung Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz
Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern wurden die Vorgaben des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes rechtzeitig umgesetzt. Das hebt uns von allen anderen Bundesländern ab. Die Abfederung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes in dienst- und besoldungsrechtlicher Sicht ist gelungen. In der Steiermark kam es zu keinen Streikandrohungen und zu keinen Protestversammlungen. So konnte die ärztliche Versorgung für die Steirerinnen und Steirer in den Spitälern sichergestellt werden.

Task Force Pflege
Aufgrund eines Berichtes des Landesrechnungshofes wurde eine Neustrukturierung des gesamten Pflegewesens in Angriff genommen (Verhandlungen mit den Heimbetreibern über ein neues Verrechnungsmodell, Erstellung eines Bedarfs- und Entwicklungsplanes Pflege, Entwicklung neuer Betreuungsformen, Aufbau eines funktionierenden Datenmanagements, Entwicklung von Case- & Care-Management, Konzipierung eines neuen Betreuungsgesetzes).

Fachhochschul-Standort Steiermark ausgebaut
Im Jahr 2010 besuchten rund 3.600 Studierende die FH Joanneum an den Standorten Graz, Kapfenberg und Bad Gleichenberg. Durch eine konsequent verfolgte Expansionsstrategie ist es gelungen, neue Studiengänge (z.B.: Digitale Kommunikation, Nachhaltiges Lebensmittelmanagement) und damit Bundesgelder in die Steiermark zu holen, weshalb wir derzeit rund 4.000 Studierenden haben. Dazu kommen ca. 1.200 genehmigte Studienplätze am Campus02.

Wissenschafts- und Forschungsland Steiermark:
Die Steiermark ist weiterhin mit großem Abstand das innovativste Bundesland in Österreich und zählt mit einer F&E-Quote von nunmehr 4,4 Prozent beim Thema Innovation nach wie vor zu den Top-Regionen in Europa. Unmittelbar vor Weihnachten wurde eine Veränderung der Eigentümerstruktur bei der Joanneum Research Forschungsges.m.b.H. durchgeführt, was uns mit Kärnten als Partner eine neue Südachse eröffnet.

Neue Forschungseinrichtung „Zentrum am Berg“ in die Steiermark geholt
Das Projekt „Research@Zentrum am Berg“ in Eisenerz (Montanuniversität Leoben) intendiert, einen in Zentraleuropa einzigartigen Forschungshub zum Thema Untertagbau zu setzen. Dieses Zentrum wird die zentrale EU-Core Facility für Forschung rund um Errichtung, Betrieb, Instandhaltung und Sanierung untertägiger Anlagen und der europäische Hub für die damit verbundenen Wissenschaften. Gesamtinvestitionsvolumen bis 2017: € 30 Mio. (davon 50 % Bundesmittel). 3

„In der verbleibenden Zeit würde ich gerne zu einer Vereinbarung mit den Pflegeheimbetreibern kommen, was das neue Verrechnungsmodell betrifft. Zumindest vorbereiten wollen wir auch ein Konzept, wie es mit der Pflege in der Steiermark generell weitergehen soll. Wir sind was die stationäre Unterbringung, also Heime, betrifft, sehr gut ausgestattet, haben aber im Vergleich zu anderen Bundesländern in anderen Bereichen eher Defizite, etwa bei alternativen Wohnformen, Tageszentren und ein „Case- & Care-Management“ wie in anderen Ländern gibt es bislang auch noch nicht. Den Bedarfs- und Entwicklungsplan möchte ich in den nächsten Wochen präsentieren. Im Spitalsbereich haben wir fast täglich neue Probleme zu lösen, da haben wir auch noch vieles vor. Die Rolle der Steiermark als Wissenschafts- und Forschungsland weiter festigen, damit wir den erfolgreichen Weg weiter fortführen können, ist mir ein ganz großes Anliegen“, so Landesrat Christopher Drexler abschließend.