Steiermark festigt ihre Position als „Kompetenz“-Standort Nummer 1 in Österreich!

Die Steiermark bleibt auch nach der jüngsten Entscheidung der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit großem Abstand das Bundesland mit den meisten Kompetenzzentren nach dem COMET-Programm des Bundes (Competence Centers for Excellent Technologies). Im letzten Call für K1-Zentren wurden insgesamt 10 genehmigt, sieben mit steirischer Beteiligung, fünf davon mit dem Hauptsitz in der Steiermark.

Prof. DI Dr. Ulrich Bauer, Vizerektor TU Graz, Univ.-Prof. Dr. Stefanie Lindstaedt, CEO Know-Center,  Landesrat Dr. Christian Buchmann, Prof.Dr.hc. Helmut List, AVL List GmbH (v.l.) © steiermark.at

Prof. DI Dr. Ulrich Bauer, Vizerektor TU Graz, Univ.-Prof. Dr. Stefanie Lindstaedt, CEO Know-Center, Landesrat Dr. Christian Buchmann, Prof.Dr.hc. Helmut List, AVL List GmbH (v.l.) © steiermark.at

„Mit dem Start der neuen Kompetenzzentren im Jänner 2015 wird die Steiermark an 23 von österreichweit 47 Kompetenzzentren beteiligt sein, von welchen 20 ihren Hauptsitz in der Steiermark haben. Damit festigt die Steiermark ihre Position als Forschungsstandort Nummer 1 in Österreich. Ich gratuliere den Konsortien aus Universitäten und Unternehmen zu diesem Erfolg“, so Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann.

Die Kompetenzzentren sind eine steirische Erfolgsgeschichte: Seit 1999 gibt es dieses Programm des Bundes, das der verstärkten Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft dient. „Durch die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft können rasch innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickelt werden. Das stärkt den Standort Steiermark und macht ihn für internationale Unternehmen und Spitzenforscher attraktiv“, so Buchmann. Die steirische Wirtschafts- und Wissenschaftslandschaft bespielt das COMET-Programm exzellent. „Die Kompetenzzentren sind ein entscheidender Motor des steirischen Innovationssystems. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Steiermark mit 4,7 Prozent die höchste regionale Forschungs- und Entwicklungsquote Österreichs hat und damit auch zu den innovativsten Regionen Europas zählt“, so Buchmann, der insgesamt 140 Millionen Euro für die Kompetenzzentren zur Verfügung stellt. „Das ist ein wichtiges Signal für Wachstum und Innovation in Zeiten der Budgetkonsolidierung“, betont Buchmann.

Im Rahmen des jüngsten Calls der FFG für K1-Kompetenzzentren wurden sieben von zehn Zentren für die Steiermark genehmigt, davon wurden drei bestehende steirische Zentren verlängert, zwei neue Zentren sind am Standort Steiermark hinzugekommen und zwei weitere laufen mit steirischer Beteiligung.
• Bioenergy 2020+ (das österreichische Biomassekompetenzzentrum)
• Know-Center – Research Center for Data-driven Business & Big Data Analytics (Österreichs führendes Forschungszentrum für Data-driven Business. Entwickelt innovative Informations- und Kommunikationstechnologien für die Wirtschaft)
• RCPE – Research Center Pharmaceutical Engineering (arbeitet mit weltweit führenden Pharmaunternehmen an Projekten zur Prozess- und Produktoptimierung)

Weiters wurden zwei neue Zentren mit Hauptsitz in der Steiermark genehmigt:
• CBMed: Centre for biomarker research in medicine (bündelt das Know-how aus den führenden wissenschaftlichen Disziplinen, um neue Biomarker zu identifizieren, validieren und in die klinische Anwendung einzuführen)
• LEC EvoLET: Evolutionary large engines technology for the next generation of gas and dual fuel engines (soll einen technologischen Quantensprung für die nächste Generation von Gas und Dual Fuel Großmotoren ermöglichen und den Einsatz dieser umweltgerechten Motorentechnologie in unterschiedlichsten Anwendungen forcieren)

Mit steirischer Beteiligung laufen folgende Zentren:
• ASSIC – Austrian Smart Systems Integration Research“

CTR Carinthian Tech Research AG, Ko-finanzierende Länder: Kärnten, Steiermark
• „K1-MET – Competence center for Excellent Technologies in Advanced Metallurgical and Environmental Process Development“
Siemens VAI Metals Technologies GmbH
Ko-finanzierende Länder: Oberösterreich, Steiermark, Tirol

Für das bestehende Kompetenzzentrum EVOLARIS mit Hauptsitz in der Steiermark wird die Beteiligung am Comet-Programm nach einer Phasing-out Phase im März 2016 beendet.
Das K1-Zentrum PCCL – Polymer Competence Center Leoben hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2016 und war daher nicht Teil des Calls.

Kompetenzzentren als Wirtschaftsfaktor
Die K-Zentren haben sich inzwischen auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die Steiermark entwickelt. Insgesamt wird durch die K1 und K2-Zentren in Österreich jährlich eine Wertschöpfung in Höhe von rund 80 Millionen Euro ausgelöst. Davon werden etwa 58,8 Millionen Euro in der Steiermark wirksam, das entspricht einem Anteil von 73 Prozent! Auch der Beschäftigungsfaktor ist erheblich: Durch den Betrieb der K1 und K2-Zentren werden Beschäftigungseffekte von 1.750 Beschäftigten ausgelöst, davon rund 1.000 zusätzliche Beschäftigte außerhalb der Zentren. „Davon profitiert die Steiermark, da hier die Hauptsitze der Zentren sind, insgesamt handelt es sich für die Steiermark um 1.261 Personen, dies entspricht nahezu drei Viertel des gesamten Beschäftigungseffektes“, so Landesrat Buchmann.

Kompetenzzentren als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Wie heimische Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit den Kompetenzzentren profitieren, zeigt sich am Beispiel der AVL List GmbH, die seit vielen Jahren mit zahlreichen steirischen K-Zentren kooperiert. „Das COMET Programm ist für die AVL ein zentrales Förderinstrument in Österreich, da in dessen Rahmen mittel- bis langfristig orientierte kooperative Forschungen in strategisch wichtigen Technologiegebieten durchgeführt werden können. In dieser Zusammenarbeit mit COMET Kompetenzzentren gelingt es unseren Forschern in der AVL, nachhaltige Innovationen und Lösungen für unsere Kunden voranzutreiben. Die AVL bringt wichtige Impulse aus ihrem weltweiten Netzwerk in die Zentren ein. Gleichzeitig stellen die Zusammenarbeit mit jungen Forscherinnen und Forschern und die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur einen wesentlichen Aspekt dar“, so AVL-Geschäftsführer Prof. DI Dr. Helmut List.

Mit „Smart Enterprise – Wissen auf Knopfdruck“ – einem Projekt mit dem Know-Center – wurden große Mengen unterschiedlicher Informationsquellen, Stichwort Big Data, analysiert und zu einem Unique Point of Access zusammengefasst. Wertvolle Wissensquellen können so im Unternehmen einfach abgerufen und aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet werden. „Damit ist eine verbesserte unternehmensweite Zusammenarbeit zwischen Experten gewährleistet“, meint Horst Pflügl von der AVL.

Gemeinsam mit dem RCPE wurde ein Projekt realisiert, in dem durch die Koppelung von zwei Softwareprogrammen, XPS und AVL Fire, die Simulation der Interaktion zwischen Strömung und Partikeln möglich geworden ist. Auch für die Zukunft sind bereits Kooperationsprojekte zwischen der AVL und den steirischen K-Zentren geplant. BIOENERGY 2020+ wird zukünftig seine Expertise im Biofuels-Bereich stärker ausbauen und setzt dabei auf die AVL als kompetenten Partner im Bereich motorischer Anwendungen von Biodiesel, Bioethanol und Biogasen.

Diese Beispiele zeigen deutlich auf, inwieweit Unternehmen von den jeweils fachspezifischen Kompetenzen der einzelnen Zentren profitieren können.  Abgesehen von der AVL List GmbH arbeiten viele weitere nationale und internationale Wirtschaftspartner Seite an Seite mit den steirischen Kompetenzzentren und den wissenschaftlichen Partnern, wie der TU Graz daran, sich weiterhin erfolgreich als „Innovatoren“ am Markt zu positionieren.

Die TU Graz hat auch nach der jüngsten Entscheidung der FFG zur Vergabe von K1-Kompetenz-zentren österreichweit die Spitzenposition in der Beteiligung im COMET-Förderprogramm: Sie ist an drei von fünf K2-Zentren, an zwölf K1-Zentren und am Großteil der K-Projekte wissenschaftlich bzw. gesellschaftsrechtlich beteiligt und fungiert bei vielen davon als Lead-Partner. „Die TU Graz ist Österreichs führende Universität in der Forschungskooperation mit Wirtschaft und Industrie von der Grundlagenforschung bis zur industriellen Umsetzung. Die Beschäftigungseffekte durch Beteiligungen wie das COMET-Programm und Drittmittelforschungsprojekte der TU Graz sind enorm. Als öffentlich finanzierte Universität ist es eine unserer Grundaufgaben, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen Erkenntnis und Anwendung zu bauen. Wir sind sehr stolz auf unseren Beitrag zur Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes Steiermark“, unterstreicht Ulrich Bauer, Vizerektor für Personal und Beteiligungen der TU Graz.