Start in das neue Schul- und Kindergartenjahr

Ein gemeinsam abgestimmter Maßnahmenplan für steirische Bildungseinrichtungen schafft Klarheit, Sicherheit und legt wesentliche Vorgaben für das neue Schul- und Kindergartenjahr fest. Die Corona-Pandemie stellt Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern gleichermaßen vor Herausforderungen. Das neue Jahr wird in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen so normal wie möglich gestartet, aber mit der notwendigen Vorsicht und unter Einhaltung der erforderlichen Maßnahmen. „Ich wünsche mir für alle steirischen Schulen sowie Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen einen möglichst normalen Start. Unsere Kinder dürfen durch die Pandemie keine Nachteile erfahren“, so Bildungs- und Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und ergänzt: „Nur, weil wir von einem normalen Start ausgehen, heißt das nicht, dass wir nicht für alle Eventualitäten gerüstet sind. Nach intensiver Vorbereitung und in enger Abstimmung mit dem Bildungsministerium, der Bildungsdirektion, mit den Trägern, den Gemeinden, den Städtevertretern und den Gewerkschaften wurde ein Maßnahmenplan für die Steiermark entworfen, der auf einem breiten Fundament steht. Dieser schafft Klarheit, Sicherheit und legt wesentliche Vorgaben für das neue Schul- und Kindergartenjahr fest.“

Grundsätzlich wird von einem normalen Schulstart ausgegangen, allerdings verfügt das Land Steiermark über die Rechtsgrundlage, sowohl Maßnahmen, als auch Schließungen von Bildungseinrichtungen bei Bedarf anordnen zu können. Dies gilt für einzelne Bezirke in enger Absprache mit den Bezirkshauptmannschaften, als auch in Übereinkunft mit dem Landeshauptmann für die gesamte Steiermark, wenn dies als notwendig erachtet wird. „Diese Maßnahme ist aber nur als ultima ratio zu sehen“, betont Bildungs- und Gesundheitslandesrätin Bogner-Strauß.

 

LR Juliane Bogner-Strauß (Mitte) präsentierte gemeinsam mit Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner und Reinhold Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Hochsteiermark/Leoben den Maßnahmenplan für die Bildungseinrichtungen.
Fotos: Land Steiermark/Streibl
Maßnahmen für Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen

Mit dem Start in das neue Betreuungsjahr werden rund 40.000 Kinder die steirischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen besuchen. Um für Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern den Betrieb möglichst lange aufrecht zu erhalten, gibt es dazu nun ein neues geeignetes Mittel, welches als Indikator dienen soll: Die Corona-Ampel. Diese soll für jeden Bezirk die Gefahrenlage darstellen. Die Ampelfarben werden dabei vom Gesundheitsministerium für ganz Österreich festgelegt. Der Plan sieht vor, die Ampel auch für die steirischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zu etablieren, natürlich mit eigenem Inhalt und zugeschnitten auf den jeweiligen Bedarf. Damit einhergehend wurden je nach Ampelfarbe klare Maßnahmen und Regeln definiert:

Stufe Grün: „Normalbetrieb mit Hygienevorschriften“
Maßnahmen sind u.a.: Check-Liste prüfen, Kinder und Eltern über neue Maßnahmen aufklären, generell erhöhte Hygiene, regelmäßige Raumlüftung, wo pädagogisch sinnvoll und organisatorisch möglich, Aktivitäten ins Freie verlegen.

Stufe Gelb: „Normalbetrieb unter verstärkten Hygienebestimmungen“
Maßnahmen sind u.a.: Wie „grün“ zusätzlich: Verpflichtendes Tragen von MNS im Eingangsbereich für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte und betreuende Personen, Sportangebote und Singen vorwiegend im Freien, Durchlüften, Reinigungs- und Raumkonzept für die Gruppen, wo pädagogisch sinnvoll und organisatorisch möglich, Aktivitäten ins Freie verlagern, verstärktes beachten der „Grundsätzlichen Hygieneempfehlungen“.

Stufe Orange: „Betrieb mit erhöhten Schutzmaßnahmen“
Maßnahmen sind u.a.: Wie „gelb“ zusätzlich: Fixe Zuteilung von Personal pro Gruppe, keine Durchmischung von Gruppen, Sportangebote und Singen ausschließlich im Freien, spezielle Regelungen für die Ankunft bzw. Abholen durch Erziehungsberechtigte, keine Angebote durch Externe, keine Veranstaltungen und Exkursionen, Elternabende/Gespräche nur digital.

Stufe Rot: „Betrieb mit höchsten Schutzmaßnahmen“:
Maßnahmen sind u.a.: Wie „orange“ zusätzlich: Fernbleiben ist trotz verpflichtendem Kindergartenjahr gestattet, Tragen von MNS oder Gesichtsvisiers durch Betreuungspersonal, digitaler Kontakt mit Eltern und Kindern, welche Einrichtung nicht besuchen.

 

Damit die Ampel und die damit verbundenen Maßnahmen gut verständlich sind, werden an alle Einrichtungen Erklärungen sowie Check-Listen übermittelt. Diese beinhalten sowohl Informationen für die Vorbereitung auf das neue Betreuungsjahr sowie den laufenden Betrieb: Sind genügend Masken und Desinfektionsmittel vorhanden? Gibt es ein ausgearbeitetes Raumkonzept? Sind alle ausreichend über neue Maßnahmen informiert? Welche Maßnahmen sind bei einem Verdachtsfall bzw. einer Infektion zu ergreifen?

In jeder Einrichtung soll zudem ein Corona-Beauftragter/eine Corona-Beauftragte bzw. ein Corona-Team etabliert werden, sofern dies nicht schon geschehen ist. Dieser Beauftragte/diese Beauftragte bzw. das Team soll die entwickelten Konzepte an die örtlichen Gegebenheiten anpassen und darüber hinaus einen Raum für eine sichere Absonderung für eventuelle Verdachtsfalle definieren, bis die Gesundheitsbehörden tätig werden können. Die in Bezug auf Risikogruppen und erkrankte Kinder geltende Definitionen des Gesundheitsministeriums ist weiterhin aufrecht.

Kinder mit schweren Grunderkrankungen sind natürlich von der Besuchspflicht ausgenommen. Eltern bzw. Erziehungsberechtige müssen unbedingt dafür Sorge tragen, dass Kinder nicht in erkranktem Zustand in die Einrichtung kommen. „Die Gesundheit muss gerade in dieser Phase oberste Priorität haben. Bitte bringen Sie erkrankte Kinder nicht in die Einrichtung. Damit schützen wir nicht nur uns selbst, sondern auch andere. Allerdings darf eine rinnende und verschnupfte Nase kein Grund dafür sein, dass Kinder der Besuch in einer Einrichtung verwehrt wird“, appelliert Bildungs- und Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß an die Eltern wie Einrichtungen gleichermaßen.

 

Maßnahmen für steirische Schulen

Mit dem 14. September 2020 beginnt für über 140.000 steirische Schülerinnen und Schüler ein neues Schuljahr. Das Ziel ist es, ein reguläres Schuljahr und die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler in den Schulen zu gewährleisten.

Im abgelaufenen Sommerhalbjahr konnten viele Erfahrungen gemacht und Expertisen eingeholt werden (aus den Schulen, aus dem Gesundheitswesen etc.), die in die Vorgangsweise für das Schuljahr 2020/21 einfließen. Die Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Erziehungsberechtigte sollen Vertrauen haben, dass Schulen ein Ort der Sicherheit sind und die Behörden in jedem Fall rasch, zielgerichtet und umsichtig agieren.

Für den Start in das Schuljahr werden den Schulleitungen Checklisten und Handlungsleitfäden bereitgestellt, damit ein sicherer und normaler Start und Ablauf des Schuljahres gewährleistet sind. Vor Beginn des Schulbetriebs werden die Schulleiterinnen und Schulleiter in regionalen Konferenzen informiert und für den Schulstart auf den neuesten Stand gebracht. Besondere Bildungsschwerpunkte werden in diesem Schuljahr auf der Leseförderung, der Begabungsförderung und der Digitalisierung liegen. Die gemachten Erfahrungen zeigen das enorme Potential, das ergänzend eingesetzte, digitale Lehr- und Lernformen entfalten könnten. „Der Wiedereinstieg in den Unterricht in diesem Schuljahr soll besonders behutsam gestaltet werden. Wir möchten, dass die Schülerinnen und Schüler die Schulen als Orte des Lernens und der Sicherheit erleben. Gerade in den ersten Schulwochen wird hier besondere Sensibilität nötig sein“, so Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner.

 

Reinhold Kerbl: „Kranke Kinder sollen zu Hause bleiben.“

Im Hinblick auf die Grippesaison werden Eltern und Erziehungsberechtige besonders gefordert sein, ihre Kinder im Krankheitsfall zu Hause zu lassen. „Bedauerlicherweise lässt sich bei vielen Infekten durch eine ärztliche Untersuchung nicht eindeutig festlegen, welcher Erreger die jeweiligen Krankheitssymptome verursacht. Sogenannte ‚Erkältungskrankheiten‘ sind in den allermeisten Fällen durch Viren bedingt. Temperaturwechsel und Körpernähe (Menschenansammlungen) können die Verbreitung derartiger Erkrankungen entscheidend begünstigen. Dies gilt für relativ harmlose ‚Schnupfenviren‘ ebenso wie für Influenza und letztlich Covid-19. Daher lässt sich ein grippaler Infekt nur schwer von Covid-19 unterscheiden“, so Reinhold Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Hochsteiermark/Leoben und ergänzt: „Wenn Kinder mit Infekten konsequent zu Hause bleiben, werden sie insgesamt in der ‚Grippesaison‘ signifikant weniger häufig erkranken. Im Idealfall ist das dann nur ein- bis zweimal pro Saison, vielleicht auch gar nicht. Es ist besser kranke Kinder zu Hause zu lassen als alle!“