Update von Simone Schmiedtbauer, 13. Dezember 2019

Unsere EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer informiert auf dieser Seite regelmäßig über ihre Tätigkeit im EU-Parlament in Brüssel und Straßburg. 13. Dezember 2019

 

Mitteilung/Europäischer Grüner Deal

Diese Woche stand ganz im Zeichen des Europäischen Grünen Deals. Am Mittwoch 11.12., fand dazu eine außerordentliche Plenarsitzung statt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat uns Europaabgeordneten ihre Strategie, Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, vorgestellt. Meiner Ansicht nach, waren die Ausführungen im Plenum nicht ausführlich genug, um sich ein wirkliches Bild zu machen. Was der Grüne Deal für Europa und insbesondere unser Österreich nun tatsächlich bedeutet, bleibt abzuwarten. Die Herausforderung ist zweifelsohne groß, die damit verbundene Unsicherheit ebenso.

 

Unsere LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT will und kann einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Grünen Deals leisten, wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden. Wir brauchen Stabilität, Planbarkeit, praxistaugliche Maßnahmen mit denen realistische Ziele erreicht werden und eine Abgeltung unserer Dienste an der Allgemeinheit – von der Wahrung der Ernährungssicherheit Europas, über die Speicherung von CO2 in unseren Wäldern und Feldern, bis hin zur Pflege unserer biodiversitätsreichen Kulturlandschaft. Wenn wir den Grünen Deal ernst nehmen, müssen Importe aus Drittstaaten ebenso hohen Umwelt- und Klimastandards, wie unsere in der EU hergestellten Produkte, entsprechen.

 

Einen starken Fokus legt die Kommission zu Recht auch auf den Bereich Nachhaltigkeit, in ihrer „Farm to Fork“-Strategie. Um Nachhaltigkeit vom Hof bis zum Teller zu garantieren ist eine nachvollziehbare, transparente und konsequente Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ganz entscheidend. Hier sehe ich großes Potential. Für mich ist die Herkunftskennzeichnung quasi auch ein „indirektes Kriterium“ für Nachhaltigkeit. Damit gibt man jedem Konsumenten die Möglichkeit Umwelt- und Klimaaspekte in seiner Kaufentscheidung zu berücksichtigen. Der bewusste Griff zu regional produzierten Lebensmitteln ist aktiver Klimaschutz und zugleich Ausdruck der Wertschätzung uns Landwirtinnen und Landwirten gegenüber.

 

Das größte Potenzial, davon bin ich überzeugt, liegt in unseren Wäldern. Deswegen brauchen wir eine umfassende Forststrategie, die auf aktive, nachhaltige und standortangepasste Waldbewirtschaftung setzt. Unser Forst hat entscheidende CO2-Senkenwirkung und großes Potenzial fossile Ressourcen durch erneuerbare Ressourcen zu ersetzen. Europaweit verdienen 3 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt im Forstsektor, der Grüne Deal muss dieser Tatsache Rechnung tragen.

 

Welche Form der Europäische Grüne Deal genau annehmen wird, ist derzeit noch unklar. Kommissionspräsidentin von der Leyen hat sich und ihren KommissarInnen 100 Tage Zeit gegeben, ein umfassendes Maßnahmenpaket auszuarbeiten. Ich bin auf die Details und die Tragweite gespannt. Eines steht aber jetzt schon fest: ich werde mich mit voller Kraft für unsere Land- und Forstwirte einsetzen und ihnen eine starke Stimme mit Hausverstand und Realismus im Europaparlament sein.