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Graz steht im Mittelpunkt des professionellen Hochwassermanagements
Forschungsprojekt und internationaler Erfahrungsaustausch zur Reduktion des Hochwasserrisikos in Graz
Katastrophen-Meldungen von neuen Überschwemmungen in Österreich und in der Steiermark sind leider zur Tagesordnung geworden. Deshalb ist es so wichtig, präventive Maßnahmen zur Schadensminimierung zu fördern. Dafür steht SUFRI*, das sich die Verbesserung des städtischen Hochwasserrisikomanagements mit nicht-technischen Maßnahmen zum Ziel gesetzt hat.

„Das Forschungsprojekt der TU Graz mit internationalen Partnern aus Deutschland (TU Dresden), Italien (Uni Pavia) und Spanien (TU Valencia, TU Catalonia, Barcelona), mit Unterstützung der Universität Graz im Bereich der Soziologie, ist eine Steigerung und wichtige Ergänzung zu bisherigen Strategien im Bereich des Hochwasserschutzes und Hochwassermanagements in der Steiermark. Die rein technischen Schutzmaßnahmen, wie z.B. die Errichtung von Hochwasserrückhaltebecken haben bereits ein sehr hohes Niveau erreicht. Gerade bei den Hochwasserereignissen im Sommer 2009 haben sich Schutzbauwerke vielerorts in der Steiermark bewährt und weitere enorme Schäden in den steirischen Gemeinden verhindern können“, betont der zuständige Wasserlandesrat Johann Seitinger.
Zu den in der Steiermark derzeit bestehenden 98 Rückhaltebecken sind 6 weitere in Bau und 25 in Planung. So startet etwa in Graz der Baubeginn für ein Rückhaltebecken in Mariatrost noch im März 2010. Am Schöckelbach wird bereits gebaut, dort werden die beiden Bauabschnitte noch 2010 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung des Rettenbaches ist mit April 2010 terminisiert. Mit dem Bau eines Rückhaltebeckens am Bründlbach in Wetzelsdorf soll Ende 2010 begonnen werden.
Um aber die Schäden bei Hochwasserereignissen und das Hochwasserrisiko zu minimieren sind noch zusätzliche Maßnahmen notwendig. Dazu gehören die Verbesserung des Hochwassermanagements wie z.B. Vorhersagemodelle für Hochwasserereignisse, verbesserte Alarm- und Einsatzpläne, Steigerung des Bewusstseins in der Bevölkerung für Vorkehrungen gegen Hochwasser, Risikokommunikation und Informationen über Eigenvorsorge und Selbstschutzmaßnahmen.
In der Steiermark existieren bereits Prognosemodelle für die Mur, Enns und die Raab. „Durch gute Prognosewerte ergibt sich ein enormer Vorteil und Informationsvorsprung bei Hochwasser für die Einsatzkräfte. Durch die Information von möglichen Überflutungen bis zu 48 Stunden im Voraus, können rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen gesetzt werden, wodurch wir die Schäden um bis zu 80% reduzieren können“, so Seitinger weiter.
Für den städtischen Bereich, somit für kleine Einzugsgebiete wie etwa der Stadt Graz, ist auf dem Sektor der Prognosemodelle noch ein großer Handlungsbedarf gegeben. Hier erhoffen wir uns durch das internationale Forschungsprojekt entsprechende Informationen über die Anwendbarkeit und Verbesserung von derartigen Prognosemodellen. Aus steirischer Sicht kann dabei einiges an Know-How eingebracht werden. „Selbstschutz und Information der Bevölkerung ist oberstes Gebot. Bereits jetzt, sobald Hochwasserwarnungen bestehen, kontrolliert die Feuerwehr Graz die gefährdeten Punkte und informiert die Bevölkerung per SMS“, betont Bürgermeister Siegfried Nagl.
SUFRI* – Was ist das?
Das von der TU Graz, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft und dem Land Steiermark, Abteilung Wasserwirtschaft, initiierte Projekt nimmt sich dabei der Hochwasserproblematik der Grazer Bäche an, da es immer wieder zu Überschwemmungen im Grazer Stadtgebiet kommt. Die letzten großen Hochwasser traten im August 2005 sowie im Juli und August 2009 auf, welche enorme Schäden verursachten.
Bauliche Maßnahmen können keinen absoluten Hochwasserschutz bieten, da sie auf bestimmte Bemessungsereignisse ausgelegt werden müssen, deshalb stehen der Umgang mit dem vorhandenen Restrisiko, Bewusstseinsbildung, die Verbesserung der Vorwarnsysteme sowie die Optimierung des Katastrophenschutzmanagements im Mittelpunkt des Projekts.
Dieses grenzüberschreitende Forschungsprojekt wird im Rahmen des europäischen Forschungsnetzwerkes ERA-Net CRUE durchgeführt, indem sich auf Initiative der Europäischen Kommission 16 europäische Partner zusammengeschlossen haben um die Integration der Forschung zu Hochwasser-Risikomanagement in Europa zu verbessern. Beim 2. Call wurden von 24 eingereichten Projekten nur 8 als förderungsfähig bewilligt; eines davon ist SUFRI.
Mit dem Forschungsprojekt wird inhaltlich auch den Zielsetzungen der europäischen Hochwasserrichtlinie, die bereits Ende 2007 in Kraft gesetzt wurde, im Hinblick auf den integralen Ansatz für ein Hochwasser-Risikomanagement entsprochen.
- Gewaesserplan (pdf)

































































