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Freitag, 10.9.2010

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Listerien-Befall bei Prolactal wird zum politischen Skandal

Obwohl der Listerien-Befall bei einem steirischen Lebensmittelerzeuger zahlreiche Erkrankungen hervorgerufen und schon acht Todesopfer gefordert hat, gab es weder vom zuständigen Gesundheitsminister Stöger (SPÖ) noch von der steirischen Gesundheitslandesrätin Bettina Vollath (SPÖ) im Regierungsteam von LH Voves entsprechend rechtzeitige Warnungen.


Agrarlandesrat Hans Seitinger regierte heute scharf: „Der Ruf der kulinarischen Schatzkammer Österreichs, der Steiermark, ist mehr als gefährdet. Deshalb mehr als gefährdet, weil in der Causa „Listerienbefall“ der Gesundheitsminister und die Landesrätin als dafür verantwortliche Lebensmittelaufsicht mehr als versagt haben.
Seit August des vorigen Jahres ist die Sache intern bekannt. Wir haben im September zwei Fälle gehabt, wir haben Oktober fünf Fälle gehabt, wir haben im November einen Fall, im Dezember sechs Fälle gehabt - dann kommt die Tragik mit den Todesfällen - wir stehen derzeit bei acht Todesfällen hier bei dieser Listerien-Geschichte.“


Seitinger prangert die Versäumnisse an: „Hier geht es darum, dass der Herr Bundesminister nach ersten Erlangen dieser Erkenntnis nicht sofort seine zuständige Lebensmittelaufsicht in der Steiermark informiert, sprich die Frau Kollegin Vollath, und diese nicht sofort recherchiert hat.“

Auf die Frage von Journalisten, ob jemand zurücktreten soll, antwortet Agrarlandesrat Seitinger: „Jetzt gehört die Verantwortung einmal eingefordert. Ich glaube dass diejenigen Politiker, die das verantworten müssen, selbst entscheiden sollten, wie weit sie sich selbst noch in den Spiegel schauen können, wenn acht Menschen hier ihr Leben verloren haben. Die Verantwortlichen in der Steiermark haben am 21. Jänner – sagt die Frau Kolleginen Vollath - vom Herrn Bundesminister erfahren, dass sie da Erhebungen machen soll. Da sind wir ein halbes Jahr später dran.“

ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler spielt auf die Tatsache an, dass sich die zuständige Gesundheitslandesrätin Vollath bis heute zum Listerien-Skandal überhaupt nichts gesagt hat und sich möglicherweise darüber hinwegschwindeln wollte: „Ich glaube, dass die Frau Landesrätin Vollath erst gestern durch die Kleine Zeitung von ihrer Zuständigkeit erfahren hat. Und das ist das Problem bei der ganzen Angelegenheit.“

Seitinger erinnert an ähnlich gelagerte Fälle, die jedoch weit weniger Brisanz für die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung hatten: „Undenkbar! Ich würde keine Sekunde überlegen, bei einem Seucheneintritt nicht sofort eine Pressekonferenz zu veranstalten – sie können sich erinnern wie das war, bei der Vogelgrippe. Um 14 Uhr habe ich das erfahren und um 16 Uhr war die Pressekonferenz. Zwei Stunden später war alles Letztbekannt. Was ich gewusst habe, haben die Journalisten gewusst. So gehört das auch“, so Seitinger.

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