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Freitag, 3.9.2010

News

Volksparteien ohne Volk?

Steirische Volkspartei startet in die DiensTalk Herbstsaison

DiensTalk analysiert die Nationalratswahlen 2008: Volksparteien ohne Volk?

Die Herbstrunde des Diskussionsforums DiensTalk in der VP-Landesparteizentrale am Grazer Karmeliterplatz wurde aus aktuellem Anlass mit dem Thema Nationalratswahl eingeläutet. Auf Einladung von LGF Bernhard Rinner fanden sich als Podiumsgäste die Kommunikationsberaterin Heidi Glück, Dr. Anneliese Rohrer vom „Kurier“, Politikberater Dr. Thomas Hofer und Univ.-Doz. Dr. Peter Ulram, Meinungsforscher vom Institut Fessel-GfK, ein.



„67,5% der Funktionäre haben sich in einer Blitzumfrage für eine Oppositionsrolle der ÖVP nach der Wahlniederlage ausgesprochen“, informierte Landesgeschäftsführer Bernhard Rinner die gut 200 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer gleich zu Beginn der Veranstaltung über die aktuelle Stimmung der ÖVP Parteibasis. Warum es zu dem Wahlergebnis – bekanntlich mit herben Verlusten für beide Großparteien – gekommen ist, schrieb Politik-Journalistin Anneliese Rohrer auch dem Umstand zu, dass die Regierung „von Anfang an in eine Rechtfertigungsspirale gekommen ist. Diese ÖVP wollte ein anderes Volk.“ In der Politik müsse man die Menschen mögen, diesbezüglich habe die ÖVP ein Defizit.


Die ehemalige Kanzlersprecherin Heidi Glück glaubte registriert zu haben, dass ab dem Zeitpunkt von Molterers „Es reicht“ keine Dynamik mehr da gewesen sei. Eine verfehlte Werbekampagne der ÖVP habe zur Negativstimmung beigetragen. „Gerade in der gegenwärtigen Finanzkrise hätte die Volkspartei ihre Wirtschaftskompetenz hervorheben sollen, diese Chance hat man aber ausgelassen.“ Die „Dämonisierung der Kronenzeitung“ habe ebenfalls zur Wahlniederlage beigetragen, konstatierte Politikberater Thomas Hofer. „SPÖ und ÖVP haben ihre Situation ganz allein verschuldet. Ihr Regierungsprogramm war von vornherein zum Scheitern angelegt.“


Alle vier Diskutanten stehen einer Neuauflage der „großen Koalition“ skeptisch gegenüber. Politikberater Hofer: „Beide (ehemaligen) Großparteien müssen sich über eines im klaren sein. Geht man wieder in eine gemeinsame Koalition wird jeder Partner seine 5 Arbeitsschwerpunkte brauchen, die er umsetzen und auch für sich verkaufen kann. Eine Fortführung des Dauerstreits wird der Wähler nicht verzeihen.“


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