DiensTalk: Frauen zwischen Kind und Karriere

Eine spannende Debatte erwartete die Gäste des gestrigen DiensTalks in der Parteizentrale der Steirischen Volkspartei am Karmeliterplatz. Moderator Michael Fleischhacker begrüßte die Diskutanten Juliane Bogner-Strauß, Bundesministerin für Frauen, Familie und Jugend, sowie Margit Schratzenstaller, stellvertretende Leiterin des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung, am Podium.

Bogner-Strauß: Unternehmen müssen familienfreundlicher werden
„Unternehmen müssen klare Leistungs-Indikatoren aufstellen, um zu Hause erledigte Arbeit entsprechend zu vergüten“, so die Ministerin zum Thema Home-Office. Daheim erbrachte Leistung müsse messbar werden, egal ob Väter oder Mütter in Karenz gehen. Gründe für die Lohnschere sieht sie u.a. in der Bildungspolitik: „In den MINT-Fächern haben wir nur 20 bis 25% weibliche Abgänger“, kritisiert sie und fordert ein Umdenken in der Wirtschaft: „Frauen und Männer sind am Arbeitsplatz gleichermaßen unabkömmlich. Vor allem jetzt, im Fachkräftemangel, müssen Unternehmen familienfreundlicher werden“, so Bogner-Strauß.

Margit Schratzenstaller, Michael Fleischhacker, Juliane Bogner-Strauß © STVP/Foto Fischer

Schratzenstaller: Väterbeteiligung fördern, Kinderbetreuung ausbauen
Schratzenstaller sieht drei Angelpunkte der Problematik: „Man muss auf staatlicher Ebene, individueller Ebene und in den Unternehmen ansetzen.“ Die Väterbeteiligung müsse gestärkt, die Kinderbetreuung ausgebaut werden. „Anreize setzen und Möglichkeiten schaffen“ sei die Grundlage wirklicher Entscheidungsfreiheit für Frauen, so die Wirtschaftsforscherin. Ein zeitgemäßes Arbeitszeitregime sei sinnvoll, ergänzte Schratzenstaller.

Bogner-Strauß: 70.000 Kinderbetreuungsplätze geschaffen
„Wir schaffen die politischen Rahmenbedingungen. Männer können zwei bis fünf Monate unübertragbar in Karenz gehen, doch dieses Geld verfällt oft, weil das Angebot zu selten von Männern genutzt wird“, fasste die Ministerin zusammen. „Wir haben 70.000 neue Vollzeit-Kinderbetreuungsplätze in den letzten zehn Jahren geschaffen. Wir nehmen 720 Mio. € für die nächsten vier Jahre in die Hand“. Zwei Jahre Karenz würden in der Pension mit eingerechnet, um der Altersarmut vorzubeugen.