Schützenhöfer: Wegart brachte das „Grüne Herz“ zum Schlagen

 

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer lud anlässlich des 100. Geburtstages des 2009 verstorbenen Landtagspräsidenten Franz Wegart zu einer Gedenkfeier in das Quellenhaus der Parktherme in Bad Radkersburg. In einer sehr persönlichen Rede hob Schützenhöfer die zahlreichen und großen Verdienste seines politischen Ziehvaters hervor. „Franz Wegart hat viel für die Steiermark getan. Er war beseelt davon, dass die Menschen in unserem Land Arbeit haben“, so Schützenhöfer, der auch darauf verwies, dass für Wegart stets das faire Miteinander in der Gesellschaft im Mittelpunkt stand. „Miteinander und nicht Gegeneinander, diesem Auftrag sind wir auch heute verpflichtet, wenn es darum geht gemeinsam für unsere Kinder und Enkelkinder Perspektiven für eine gute Zukunft zu schaffen“, betonte der Landeshauptmann.

 

LGF Detlev Eisel-Eiselsberg, BR Gregor Hammerl, LAbg. Barbara Riener, 2. LT-Präs. Manuela Khom, LH Hermann Schützenhöfer und Bgm. Heinrich Schmidlechner vor der Gedenktafel
(© STVP/Foto Fischer)

Das „Grüne Herz“ des Thermenvaters

Unter Wegarts Ägide als Fremdenverkehrsreferent der Landesregierung stieß man auf der Suche nach Erdöl auf Thermalwasser. Wegart erkannte die darin liegenden Chancen für den Tourismus. Es war der Beginn der bis heute andauernden Erfolgsgeschichte der Thermenregion und Wegart avancierte zum steirischen Thermenvater. Auch das „Grüne Herz“ als Markenzeichen der Steiermark wurde unter seiner Verantwortung eingeführt. „Franz Wegart brachte das ,Grüne Herz‘ zum Schlagen“, so Schützenhöfer, der als Tourismuslandesrat 2003 das bekannte Markenzeichen aus seinem Dornröschenschlaf holte und damit das „Grüne Herz“ erfolgreich wiederbelebte. Auch der Bau des Stubenbergsees und der Ausbau der Skiberge seien untrennbar mit Franz Wegart verbunden, so Schützenhöfer, der festhält: „Er ließ sich gern inspirieren und für Neues und Innovatives begeistern.“

 

Gedenkstein im „Franz Wegart-Park“

Nach dem Gedenkakt im neuen „Franz Wegart-Park“ an dem zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Heinrich Schmidlechner, die zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom, ÖAAB-Landesobmann-Stv. Landtagsabgeordnete Barbara Riener, Seniorenbundobmann Bundesrat Gregor Hammerl sowie Landesgeschäftsführer Landtagsabgeordneter Detlev Eisel-Eiselsberg, teilnahmen, wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an das Wirken von Franz Wegart enthüllt. „Franz Wegart bekannte sich stets zu einem gemeinsamen, starken Österreich, insbesondere zu einer starken Steiermark, seiner geliebten und wundervollen Heimat, der er seine ganze Kraft und politische Leidenschaft gewidmet hat“, so Schützenhöfer abschließend.

 

Zur Person Franz Wegart:

* 25. Juli 1918 in Graz
† 30. Jänner 2009 in Graz

Franz Wegart wurde am 25. Juli 1918 in Graz als unehelicher Sohn einer Straßenbahnschaffnerin geboren. Wenige Wochen nach seiner Geburt brachte ihn seine geliebte Mutter zu seinen Großeltern nach Altneudörfl bei Radkersburg. Seine Großmutter und seine Lehrer prägten in der Folge maßgeblich sein weiteres Leben.

Nach dem Krieg begann Wegart seine Tätigkeit in der Steirischen Volkspartei. Josef Krainer sen., der ebenfalls als Landarbeiter seinen Weg begann, holte den Landarbeiter Franz Wegart als Parteisekretär nach Radkersburg. Seine vielfältigen Talente brachten den Karrieresprung nach Graz, wo er viele neue Ideen – auch aus dem Ausland – zur Umsetzung brachte. Eine dieser Ideen war die Gründung des Dr.-Karl-Kummer-Institut für Sozialreform, Sozial- und Wirtschaftspolitik in der Steiermark, dem er von 1979 bis 2007 als Präsident vorstand.

1949 erfolgte der Ruf in den Landtag. 1961 wurde Wegart Landesrat, womit auch eine Erfolgsgeschichte des steirischen Tourismus begann. Die Thermenregionen in der Oststeiermark, Wintersportprojekte in den Bergregionen oder der Blumenschmuckwettbewerb haben in ihm einen Vater. Dieses Amt hatte er inne, bis er 1971 das des Landeshauptmann-Stellvertreters bekleidete.

Im Jahre 1985 stand für Wegart ein neuerlicher Wechsel bevor: Er wurde Präsident des Steiermärkischen Landtages. Dies war die Krönung der Laufbahn dieses besonderen Steirers, der Vieles und Viele bewegte.

1993 nahm Wegart nach 44 Jahren Abschied vom Landtag, seine Abschiedsworte sind vielen in Erinnerung geblieben: „Hütet euch vor Maßlosigkeit, sie hat die Welt einmal in Trümmer gestürzt. Sie ist heute wieder das Gift, das die Politikverdrossenheit schürt und mit verantwortlich ist für die herrschende Krise weltweit!“

Auch nach seinem Abschied aus dem Landtag 1993, war Wegart nur in Pension und nicht im Ruhestand. Bis kurz vor seinem Tod war er politisch sehr engagiert und interessiert, allen voran als Obmann des steirischen ÖVP-Seniorenbundes. Auch sein jahrzehntelanges Wirken beim Steirischen Kameradschaftsbund bleibt unvergessen. Er war in über 100 Gemeinden in der Steiermark Ehrenbürger und Ehrenringträger.