Zukunft ORF: Sind die Gebühren noch gerechtfertigt?

Eine überaus emotionale Debatte erwartete die Gäste des gestrigen DiensTalks in der Parteizentrale der Steirischen Volkspartei am Karmeliterplatz. Landesgeschäftsführer und Gastgeber Detlev Eisel-Eiselsberg durfte neben dem bewährten Moderator Michael Fleischhacker die Diskutanten Dipl.-Kffr. Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbandes Österreichischer Privatsender, und Mag. Roland Weißmann, stellvertretender Kaufmännischer Direktor des ORF und Chefproducer Fernsehen, am Podium begrüßen.

 

Drumm: ORF derzeit zu kommerziell!
In den vergangenen Wochen erntete der ORF von vielen Seiten Kritik. Nicht nur für die Gebühren, sondern auch für seinen Programminhalt. Laut Drumm fokussiere sich der ORF derzeit zu stark auf kommerzielle Inhalte: „Grundsätzlich halte ich es für sehr wichtig, dass wir eine pluralistische Medienlandschaft haben und zu der gehört auch ein öffentlich-rechtliches System und natürlich auch qualitativ hochwertige Privatsender. Was sich ändern muss ist, dass sich der ORF stärker auf seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag konzentriert.“ Außerdem sei ein Kooperations-Modell zwischen den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern erstrebenswert.

Corinna Drumm, Michael Fleischhacker, Roland Weißmann, Detlev Eisel-Eiselsberg © STVP/Foto Fischer

Weißmann: ORF bestgeprüftes Unternehmen Österreichs
Für Weißmann sind die Gebühren gerechtfertigt: „Der ORF ist eines der bestgeprüften Unternehmen Österreichs“. Er räumte aber ein: „Wir müssen uns täglich hinterfragen und besser werden“. Außerdem stünde der ORF unter der täglichen Kontrolle der Fernsehzuseher. „Wie sind Sendungen angekommen? Welche Quoten haben sie? Was ist im Radio gut angekommen, wie viele schauen auf unserer blauen Seite, ORF.at.? Das heißt, wir haben die externe Kontrolle und wir haben die Kontrolle durchs Publikum. Wenn es Kritik gibt oder Fehler passieren, müssen wir das offen ansprechen und in Zukunft besser machen.“

Eisel-Eiselsberg: Großteil der Gäste für öffentlich-rechtlichen Sender
„Ich persönlich habe heute mitgenommen, dass der überwiegende Anteil der Diskutanten für einen öffentlich-rechtlichen Sender ist. Sofern der Bildungsauftrag seitens des ORF erfüllt wird, sind für die Mehrheit auch die Gebühren gerechtfertigt. Wenngleich man über die Höhe diskutieren sollte“, fasste Eisel-Eiselsberg die Diskussion zusammen.