„Benita – Wo ein Wille, da ein Weg“: Motto einer Kosmopolitin

Nach Wien, Berlin und Madrid präsentierte Benita Ferrero-Waldner heute ihr Buch „Benita, wo Wille, da ein Weg“ im Rahmen einer politischen Debatte in der Landesparteizentrale der Steirischen Volkspartei am Karmeliterplatz in Graz. Neben zahlreichen Interessierten durfte Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg auch die Gesprächspartner der einstigen Außenministerin in seinem Haus begrüßen. Durch die Debatte mit dem ehemaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Landesrat Christopher Drexler führte der erfahrene Journalist und Mitautor Ewald König.

Christopher Drexler, Ewald König, Benita Ferrero-Waldner, Wolfgang Schüssel, Detlev Eisel-Eiselsberg © STVP/Foto Fischer

Benita Ferrero-Waldner, eine Kosmopolitin, die stets für Österreich und Europa kämpfte, bietet in ihrem Buch Einblick in die inneren Kreise und Abläufe der Welt- und Europapolitik, aber auch der österreichischen Innenpolitik. Die politische Debatte mit Wolfgang Schüssel und Christopher Drexler gewährte eine Einordnung der historischen Leistungen und Erfahrungen Benita Ferrero-Waldners. Schüssel hob vor allem ihre Professionalität sowie ihren unbedingten Willen und Einsatz hervor: „Benita war schon immer eine geschmeidige Mischung aus Härte und unbestechlichem Charme. Sie hat mit Hartnäckigkeit und großer Energie um ihre Anliegen gekämpft.“ Besonders ans Herz legte Schüssel dem Publikum das Kapitel der Sanktionen: „Da ist minutiös nachgezeichnet, wie die Sanktionen zustande gekommen sind und wie man lernen muss, solche Dinge nicht mehr zu machen.“

Auch Benita Ferrero-Waldner ging in ihren Ausführungen auf die Sanktionszeit ein. „Das Ziel in der Europäischen Union war es, die Regierung in Österreich zu stürzen. Als das nicht gelang, überlegten viele, wie man da wieder raus kommen könnte“, und berichtetet unter anderem darüber, dass sie in Brüssel nur noch mit „Austria“ angesprochen wurde, obwohl es üblich gewesen sei sich mit Vornamen anzureden. Auf die Frage warum heute, mit der FPÖ in der Regierung, Sanktionen offenbar kein Thema mehr sind meinte sie: Man habe aus der Sanktionszeit gelernt. Außerdem gebe es mittlerweile viele populistische Parteien, die wesentlich weitergehen würden als das damals der Fall war.

Spannend auch ihre Ausführungen über gefährliche Geheimtreffen in Lybien und dem Irak, in denen sie unter Beschuss geraten sei. Für Landesrat Christopher Drexler ist „diese interessante Lektüre ein Blick hinter die Kulissen, in dem eine Weltreise begangen wird.“ Besonders fasziniert zeigte sich Drexler, dass zum Unterschied von vielen anderen autobiographischen Büchern kein Kapitel ausgelassen wird. „Es ist schon bemerkenswert, dass ein erheblicher Teil einer Kandidatur gewidmet wird, die nicht zum Erfolg geführt hat.“