Bewerbung Olympische Winterspiele 2026: Chance für die Steiermark?

In der vollen Parteizentrale der Steirischen Volkspartei am Karmeliterplatz begrüßte gestern Abend Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg seine Gäste. Bürgermeister Siegfried Nagl motivierte das Publikum für eine Steirische Bewerbung: „Ich glaube, es ist einmal ganz, ganz wichtig, dass Österreich auch im nächsten Jahrzehnt den Mut beweist sich weltweit einzumischen, vielleicht auch die Olympischen Spiele wieder zu verändern.“ Der Autor und Journalist Klaus Zeyringer warnte vor den diktatorischen Machenschaften des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und betonte: „Alle Gastgeberstädte in den letzten 50 Jahren sind mit einem Defizit ausgestiegen.“

Mehrheit des Publikums für Bewerbung
Eine von Moderator Michael Fleischhacker spontan eingeleitete Publikumsbefragung ergab, dass sich der Großteil für eine Bewerbung ausspricht. Mehr als zwei Drittel sehen darin eine Chance für die Steiermark auf der Weltbühne wieder eine Rolle zu spielen.

Siegfried Nagl, Michael Fleischhacker, Klaus Zeyringer, Detlev Eisel-Eiselsberg © STVP/Foto Fischer

Zeyringer: Korrupter IOC mit Oligarchen und Diktatoren
Zeyringer hat vor allem bei dem Vertrag, den Graz und Österreich mit dem Olympischen Komitee unterschreiben wird müssen, große Bedenken: „Da werden wesentliche Hoheitsrechte aufgegeben und da möchte ich nicht dabei sein.“ Das IOC habe eine Monopolstellung, manche handelnde Personen seien korrupt und würden wie Diktatoren und Oligarchen agieren. „Im IOC wird niemand gewählt und schon gar nicht kontrolliert!“

Nagl: Gemeinsames Angebot mit Sportlern
Siegfried Nagl konterte: „Lassen Sie uns einen neuen Vertrag für 2026 zuerst einmal ausverhandeln. Wir haben vor, dem IOC ein Angebot zu machen. Gemeinsam mit anderen Bürgermeistern, Sportlern und allen, die darunter leiden, dass wir international so selten aufzeigen.“ Schließlich sei es die Aufgabe eines Politikers mit Begeisterung und Nachdruck an Dinge heran zu gehen, damit neue Projekte überhaupt noch zu Stande kommen.

Eisel-Eiselsberg: Entscheidung auf Basis von Daten und Fakten treffen
„Wie wir heute gesehen haben, ist es ein sehr emotionales Thema. Die Pros und Kontras gehen beiden Seiten nicht aus. Man wird sehen wie sich in dieser Sache alles weiterentwickelt. Ich glaube, wichtig ist schon Entscheidungen auf Basis von Daten und Fakten zu treffen und nicht ausschließlich aufgrund von Emotionen“, so Eisel-Eiselsberg abschließend.