Österreich hat gewählt: Wie geht es weiter?

Einem der wohl wichtigsten politischen Ereignisse des Jahres widmete sich der gestrige DiensTalk, zu dem Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg und die Steirische Volkspartei luden. Gemeinsam mit den Medienexperten Klaus Herrmann, geschäftsführender Chefredakteur der Kronen Zeitung, und dem Chefredakteur der Kleinen Zeitung Steiermark, Mag. Hubert Patterer, diskutierten und analysierten die Gäste den Ausgang der Wahl.

Für Herrmann war das Ergebnis absehbar: „Wenn man sich die Meinungsumfragen in den letzten Tagen vor der Wahl angeschaut hat, so war Sebastian Kurz immer klar Erster und das spiegelt sich letzten Endes auch im Wahlergebnis wider.“ Dennoch haben laut Herrmann „die SPÖ und die FPÖ ein besseres Ergebnis erzielt als ursprünglich erwartet.“

Überraschend war für Patterer „die Implosion der Grünen“ im Laufe des Wahlkampfes. „Ich hätte mir nicht erwartet, dass sie aus dem Parlament rausfliegen. Das ist ein politisches Abbruchwerk und eine politische Selbstauslöschung, wie ich sie in dieser Form selten erlebt habe als Journalist.“

Hubert Patterer, Moderator Michael Fleischhacker, Klaus Herrmann, Detlev Eisel-Eiselsberg © STVP/Foto Fischer

In den kommenden Wochen werde laut Herrmann fürchterlich gepokert und die Österreicherinnen und Österreicher mit Namen möglicher Ministerkandidaten bombardiert werden. „Aber letzten Endes glaube ich, dass nach einem wilden Poker eher Schwarz- oder Türkis-Blau herauskommen wird“, ist der geschäftsführende Krone-Chefredakteur überzeugt. Patterer hingegen könne sich vorstellen, dass Sebastian Kurz einige Überraschungen in seinem Kabinett präsentiert, „möglicherweise auch Minister aus den anderen Parteien, dass er einen Strolz oder ein bis zwei Leute aus der SPÖ durchaus drinnen lässt und damit die Parteilogik aufreißt“, so die Einschätzung des Kleine Zeitung-Chefredakteurs. Eine Herausforderung für Kurz sieht Herrmann in den hohen Erwartungen auf tatsächliche Veränderungen, die er geweckt hat. „Das zu erfüllen, das wird eine ganz große Herausforderung“, so Herrmann.