60 Jahre Freiheit in Ungarn – Festakt im Gedenken an das Jahr 1956

Zum Gedenken an das Jahr 1956 als „das Jahr der Freiheit″ in Ungarn lud Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer zu einem Festakt mit anschließendem Empfang in die Aula der Alten Universität. Nach der Begrüßungsansprache von LH Schützenhöfer und den anschließenden Grußworten des Zweiten Nationalratspräsidenten Karl-Heinz Kopf sowie des Vizepräsidenten der Ungarischen Nationalversammlung Gergely Gulyás leitete der ungarische Botschafter János Perényi zum Konzert der Künstler Dezsö Ránki und Edit Klukon über. Neben zahlreichen Ehrengästen darunter der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Johannes Singhammer, Honorarkonsul Rudi Roth, Landtagspräsidentin Bettina Vollath sowie Landtagspräsident a.D. Franz Majcen wohnten rund 100 Personen der feierlichen Gedenkveranstaltung bei.

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags Johannes Singhammer, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Zweiter Nationalratspräsident Karl-Heinz Kopf und der Vizepräsident der Ungarischen Nationalversammlung Gergely Gulyás und Honorarkonsul Rudi Roth (v.l.) © steiermark.at/Scheriau; bei Quellenangabe honorarfrei

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags Johannes Singhammer, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Zweiter Nationalratspräsident Karl-Heinz Kopf und der Vizepräsident der Ungarischen Nationalversammlung Gergely Gulyás und Honorarkonsul Rudi Roth (v.l.)
© steiermark.at/Scheriau; bei Quellenangabe honorarfrei

Im Rahmen seiner Begrüßungsworte unterstrich Schützenhöfer, dass zwischen Österreich und Ungarn historisch überaus enge Verbindungen bestehen. Im Herbst 1956, als es in Ungarn zum Volksaufstand gegen das kommunistische Regime und die sowjetische Besatzungsmacht kam, flüchteten rund 180.000 Menschen nach Österreich, einer großer Teil von ihnen fand damals in der Steiermark Hilfe und Aufnahme. Schützenhöfer: „Die Geschehnisse des Jahres 1956 beeindrucken auch heute noch, 60 Jahre danach. Österreich und die Steiermark waren selbst noch im Aufbruch. Erst ein Jahr zuvor war der Staatsvertrag unterzeichnet worden, hatte Österreich seine Souveränität wiedergewonnen. Dennoch war es noch ein Land in Trümmern und der Wiederaufbau begann.″Gerade in dieser schwierigen Zeit des Wiederaufbaus sei die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Steiermark und in ganz Österreich enorm gewesen, so Schützenhöfer.

„Das, was die Menschen mit ihrer Hilfestellung im Jahr 1956 im Sinn hatten, ist heute Realität. Offene Grenzen und ein Nachbar Ungarn, der Mitgliedsstaat der Europäischen Union ist mit guter wirtschaftlicher, kultureller und politischer Vernetzung″, beschrieb Schützenhöfer das aktuelle Verhältnis zum Nachbarn. Die Beziehungen zu Ungarn seien auf vielen Ebenen ausgezeichnet und würden auch zahlreiche grenzüberschreitende Kooperationen zwischen ungarischen Komitaten und österreichischen Bundesländern umfassen. Es bestünden über 40 Städte- und Gemeindepartnerschaften. „Der heutige Festakt ist aber auch ein durchaus geeigneter Anlass dafür, um uns wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist″, so der steirische Landeshauptmann. In diesem Zusammenhang dankte Schützenhöfer auch dem Leiter des Honorarkonsulats von Ungarn, Rudi Roth: „Seit vielen Jahren engagiert sich Rudi Roth in unterschiedlichen Bereichen, insbesondere auch im Bereich der Wirtschaft und der Wissenschaft. Für dieses jahrzehntelange Engagement in der Steiermark, in Österreich und in Ungarn möchte ich Rudi Roth sehr herzlich danken.”

Auch der Zweite Nationalratspräsident Karl-Heinz Kopf schilderte die Vorbildlichkeit der nachbarschaftlichen Hilfe, die Österreich vor 60 Jahren den ungarischen Flüchtlingen zukommen ließ. Österreich und vor allem die Steiermark hätten im Herbst 1956 eine große Bewährungsprobe bestanden, so Kopf, und sich als humanitäre Krisenmanager bewährt. Für die heutige Zeit dürfe man „einerseits den Blick nicht abwenden von den Krisenherden dieser Welt, sondern wir müssen auch in den betroffenen Ländern vor Ort mithelfen, diese Krisen zu bewältigen. Wenn diese Krisen aber zu uns nach Österreich kommen, verlangen sie eine durchaus schwierige Balance zwischen einem offenen, warmen Herzen aber auch einem kühlen Kopf. Die Menschlichkeit muss immer an vordester Stelle stehen. Damit sie aber auch tatsächlich geübt werden kann, müssen die Auswirkungen soldiarisch von der Staatengemeinschaft getragen werden.″

Im Rahmen seiner anschließenden Grußworte betonte auch der Vizepräsident der Ungarischen Nationalversammlung Gergely Gulyás: „Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die sowjetische Armee in Ungarn als Besatzungsmacht ein. Der Mut der Freiheitskämpfer gab der gesamten ungarischen Nation Hoffnung auf Freiheit. Ungarn war und ist Österreich zutiefst dankbar für seine Humanität und Großzügigkeit die es den ungarischen Flüchtlingen im Jahr 1956 entgegenbrachte. Dies war eine großartige Leistung der Menschlichkeit.″