Kurzfristig helfen und langfristig vorsorgen!

„Die Frostschäden der letzten Wochen bedrohen unsere bäuerlichen Betriebe nicht nur durch die zu erwartenden Ernteausfälle in diesem Jahr, sondern auch in den kommenden Jahren in ihrer Existenz“, stellte ÖVP-Landtagsabgeordneter Anton Gangl, selbst Obstbauer, im Zuge der Begründung der aktuellen Stunde in der heutigen Landtagssitzung fest.

Es sei daher unbedingt notwendig sowohl kurzfristig Hilfe zu leisten, aber auch langfristige Strategien im Umgang mit dem Klimawandel zu entwickeln. „Es gibt mehrere Punkte, die wir längerfristig lösen aber sofort angehen müssen“, forderte Gangl. Darunter fällt etwa ein Wassermanagement, das die Versorgung mit Wasser auch bei längerer Trockenheit und Frost langfristig absichert. Darüber hinaus brauche es steuerliche Anreize, damit landwirtschaftliche Betriebe selbst Kapital aufbauen und Rücklagen bilden können, um im Katastrophenfall nicht mehr komplett von der öffentlichen Hand abhängig sind, so der ÖVP-Abgeordnete.

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LAbg. Anton Gangl

Soforthilfe läuft vorbildlich!
Ausdrücklich zu danken sei den zuständigen Regierungsmitgliedern Landeshauptmann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Schickhofer und Landesrat Seitinger. „Vor allem die Soforthilfe – von der Wiederherstellung der Hagelnetze über die rasche Schadensmeldung bis hin zur Öffnung des Katastrophenfonds – funktioniert vorbildlich“, waren sich LAbg. Anton Gangl und SPÖ-Agrarsprecherin LAbg. Renate Bauer einig. Bauer appellierte auch an die Bürgerinnen und Bürger, ihren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. „Jeder von uns kann mithelfen, die Folgen des Klimawandels zu minimieren. Das beginnt schon beim persönlichen Einkaufsverhalten, in dem wir alle darauf achten regionalen Produkten den Vorzug zu geben“, so die SPÖ-Agrarsprecherin.

LR Seitinger verhandelt ab morgen mit Finanzminister Schelling!
Einen Ausblick über die bisherigen Maßnahmen und auf das weitere Vorgehen zur Unterstützung unserer landwirtschaftlichen Betriebe lieferte Agrarlandesrat Hans Seitinger. Der Katastrophenfonds sei geöffnet, um die aktuellen Ernteausfälle kompensieren zu können. „Über die Höhe der finanziellen Unterstützung durch den Bund werde ich ab morgen persönlich mit Finanzminister Schelling verhandeln“, kündigte Seitinger an.  Darüber hinaus sei eine Reihe weiterer Maßnahmen geplant: ein einmaliger Rabatt auf den Sozialversicherungsbeitrag der Bauern, die Stundung von AIK-Krediten, zinsbegünstigte Betriebsmittelkredite sowie ein Investitionsförderungsprogramm zum Wiederaufbau von Anlagen und ein Sonderinvestitionsprogramm für Frostbewässerungen. Darüber hinaus schlägt der Landesrat dem Landtag vor das Buschenschankgesetz abzuändern, damit der Zukauf von Trauben aus anderen Bundesländern ermöglicht wird.

Laut bisherigen Schätzungen beträgt die Schadenssumme aufgrund der Frostkatastrophe um die 220 Millionen Euro. In den letzten 15 Jahren ist aufgrund von Klimakatastrophen in der Steiermark ein volkswirtschaftlicher Schaden von 2,1 Milliarden Euro entstanden.