Katastrophenschutzfonds des Bundes muss geöffnet werden

Bei einem Lokalaugenschein bei OPST (Obst Partner Steiermark) in St. Ruprecht an der Raab besprachen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer und Agrarlandesrat Johann Seitinger am 28. April 2016 mit Betroffenen die Lage und die Folgen der Frostkatastrophe für die steirische Landwirtschaft.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer und Agrarlandesrat Johann Seitinger machten sich in der Oststeiermark ein Bild vom Ausmaß der Frostkatastrophe     © Foto: steiermark.at/Lebensressort

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer und Agrarlandesrat Johann Seitinger machten sich in der Oststeiermark ein Bild vom Ausmaß der Frostkatastrophe © Foto: steiermark.at/Lebensressort

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer betonte, dass er eine Katastrophe dieses Ausmaßes für die steirische Landwirtschaft noch nicht erlebt habe: „Die Obstbauern hat es in den letzten Jahren mehrfach getroffen. Als Steiermärkische Landesregierung werden wir alles tun, was wir können, um zu helfen. In dieser Notsituation stehen wir an der Seite der Betroffenen. Wir werden die Bundesregierung um Hilfe und Unterstützung bitten, vor allem indem wir den Katastrophentopf des Bundes öffnen, damit auch die verheerenden Frostschäden abgedeckt werden können. Diesbezügliche Gespräche sind bereits eingeleitet. Auch wenn die Ernte niemand ersetzen kann, wollen wir alles versuchen, um so zu helfen, dass Existenzen nicht zugrunde gehen.″

Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer hob den steirischen Zusammenhalt hervor: „Für mich ist absolut klar, dass wir mit aller Kraft und Energie seitens der Landesregierung unterstützen werden. Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, den Katastrophenschutzfonds aufzumachen. Mit dem zuständigen Bundesminister Hans Peter Doskozil habe ich vereinbart, dass uns das Bundesheer im Bedarfsfall hilft. Eine erste Unterstützungskompanie mit 35 Personen steht sofort zur Verfügung.″

Agrarlandesrat Johann Seitinger: „Wenn man in die Gesichter der Bäuerinnen und Bauern schaut, weiß man, was hier in den vergangenen zwei Tagen passiert ist. Innerhalb einer Nacht ging für viele das gesamte Jahreseinkommen verloren. Dazu kommen für sie noch hohe Kosten für die Schäden, die Aufräumarbeiten und auch mögliche Ertragseinbußen in den Folgejahren. In der Steiermark sind rund 9000 Hektar im Obstbau und Spezialkulturenbereich, 1000 Hektar Wein und große Flächen von Ackerkulturen betroffen.“ Bereits im Jahr 2012 gab es großflächige Schäden im Obstbereich, im Jahr 2013 folgte die Dürrekatastrophe und 2014 das Russland-Embargo, das einen totalen Preiszusammenbruch im Jahr 2015 nach sich zog. „Wir brauchen die Obstwirtschaft, jetzt und in Zukunft und sind deshalb mit allen Mitteln bemüht, diesen wichtigen landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Sektor aufrecht zu erhalten″, so LR Seitinger.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten stehen den betroffenen Landwirtinnen und Landwirten zur aktuellen Stunde zur Verfügung:

1. Soforthilfe bei den Aufräumarbeiten durch das Bundesheer (Abarbeitung nach Prioritätenplan der Landwirtschaftskammer Steiermark)
2. Für alle Schäden, welche durch Schneedruck verursacht wurden (z.B. Hagelschutznetze inkl. geschädigter Bäume) Abwicklung über Katastrophenfonds. D.h. Abwicklungsregime gemäß Privatschadensausweis über die Gemeinden: der betroffene Landwirt muss bei der Gemeinde einen Privatschadensausweis stellen.
3. Schadensabschätzung für alle Schäden – außer Schneedruck – d.h. insbesondere Schäden verursacht durch Frost: Vorerhebung über die Bezirksbauernkammern vor Ort. Betroffene Landwirte können sich ab morgen bei der zuständigen Bezirksbauernkammer melden.