Schützenhöfer: „Vor-, Nach- und Querdenken hat bei uns Tradition“

Wir erträumen uns saubere Energie, aber tatsächlich feiert Erdöl und Erdgas eine kaum für möglich gehaltene Renaissance als Energiequelle. Wie es zu diesen Einsichten kommt, welche Folgen und Nebenwirkungen diese Entwicklungen haben, sind die Ausgangsfragen, die in der 117. Ausgabe des „politicum“ dargelegt und diskutiert werden. Die aktuelle Ausgabe des „politicum“ wurde im Rahmen einer Präsentation im Landhaus Graz vorgestellt.

Das „politicum“ erscheint in der aktuellen Ausgabe im neuen Layout und die Steirische Volkspartei ist stolz, ein facettenreiches, pluralistisches Heft zu einem äußerst wichtigen Problemfeld vorlegen zu können. Herausgeber dieser Ausgabe ist Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Karl Rose und für die Gesamtredaktion zeigt sich Ass.-Prof. Dr. Klaus Poier verantwortlich. Die Beiträge stammen von Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Karl Rose, Hermann Schützenhöfer, Klubobfrau Barbara Eibinger, Klaus Poier, Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg © STVP/Fischer

Karl Rose, Hermann Schützenhöfer, Klubobfrau Barbara Eibinger, Klaus Poier, Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg © STVP/Fischer

Rose: „Steiermark hat alles für eine nachhaltige Energiepolitik“
Für den Herausgeber Karl Rose ist es höchst an der Zeit, dass mehr und verstärkt über Energie diskutiert werden muss. „Ich lerne jede Woche neue Dinge über Energie. 2018 wird Kohle zum größten Energieträger der Welt werden. Wir haben alles in der Steiermark für eine nachhaltige Energiepolitik im Einklang mit der Schöpfung, aber wir müssen uns die Frage stellen, wie wir eine gute Energiepolitik machen können“, so der Energieexperte. Für Rose sind Diskussionen über Energieformen sehr oft eine Frage der Perspektive. „Ja, wir wollen keine Nuklearenergie – da stehe ich auch als Österreicher dahinter. Aber wie sieht das in Frankreich aus? Man muss eben wissen was auf ein Land zukommt“, sagte Rose und erklärte, dass beispielsweise für Bayern der Ausstieg aus der Atomkraft schwierig ist, da 2/3 des Gesamtbedarfs aus dieser Energiequelle produziert wird. Neben europäischen Herausforderungen stehe man mit China und Indien vor riesigen globalen Problemen, denn die billige Kohle und eine wachsende Bevölkerung sind die Ursache für einen extrem hohen CO2-Ausstoß. Alle Bestrebungen müssen dahingehend sein, dass diese Länder aus der Kohle aussteigen, denn der Klimawandel werde vor Österreich nicht Halt machen. Für Rose steht fest: „Die globale Klimaerwärmung werden auch wir zu spüren bekommen.“ Problematisch sieht Rose die derzeitige starke Subvention des Strommarktes in Deutschland, denn zwischen Österreich und Deutschland gebe es keine Grenze bei den Stromnetzen. „Deutschland subventioniert den Strommarkt derzeit mit rund 30 Mrd. Euro jährlich. Damit wird jegliche Wirtschaftlichkeit untergraben und sogar unsere Wasserkraft wird damit unwirtschaftlich“, stellt Rose fest. Energiepolitik sei eben keine Politik der kurzen Schritte sondern der Schritte für Jahrzehnte. Für den Experten ist eindeutig, dass Bildung, Wissen und Kompetenz gefragt sind um Energie-Probleme zu lösen.

Schützenhöfer: „Wir haben Dinge in Diskussion gebracht, damit sich etwas bewegt im Land.“
Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer sagte in seinen zusammenfassenden Gedanken, dass wir uns die Augen vor den großen Problemen verschließen, weil wir nach wie vor eine Insel der Seeligen sind. Dabei ist gerade die Energiepolitik langfristig anzudenken. Erfreut zeigte sich Schützenhöfer über die neueste Publikation: „Ich bin dankbar für 35 Jahre „politicum“. Wir haben immer schon Menschen außerhalb unserer Partei zum Vor-, Nach- und Querdenken eingeladen. Dabei haben wir zu Themen Stellung genommen, wo andere noch nicht einmal gewusst haben, dass es diese Problemstellungen gibt.“ Es habe innerhalb der Steirischen Volkspartei Tradition, dass Menschen außerhalb der Partei mitarbeiten. Eine offene Partei ist für Schützenhöfer nichts Neues: „Wir haben viele Persönlichkeiten „hereingeholt“ die keine Mitglieder der Partei sind, um uns personell zu verbreitern und haben immer schon – seit Jahrzehnten – Menschen eingeladen mitzudenken übers Land. Die Steirische Volkspartei hat Dinge in Diskussion gebracht, damit sich etwas bewegt im Land.“

Das politicum 117 kann beim Verein für Politik und Zeitgeschichte in der Steiermark, Karmeliterplatz 6, 8010 Graz, Tel. 0316/60744-4350, e-mail office@politicum.at, angefordert werden.