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Baujuwel „Grazer Burg“ noch mehr für die Bevölkerung erlebbar machen

Anlässlich des kürzlich in der Regierungssitzung beschlossenen Startschusses zu den Planungsvorbereitungen der Revitaliserung der historischen Zonen der Grazer Burg luden heute Vormittag (23.08.2021) Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang und Kulturlandesrat Christopher Drexler zu einer Pressekonferenz in den Weißen Saal der Grazer Burg mit anschließender Führung durch die bedeutendsten Bestandteile des Projekt.

Im Weißen Saal der Grazer Burg präsentierten LH Hermann Schützenhöfer, LH-Stv. Anton Lang und Kulturlandesrat Christopher Drexler den „Masterplan Grazer Burg“. © Foto: Land Steiermark/Streibl

Auf Basis eines umfassenden Gesamtkonzepts („Masterplan Grazer Burg“), das durch die zuständigen Abteilungen des Landes Steiermark erarbeitet wurde, startet im Frühjahr 2022 die Auslobung eines EU-weit offenen Realisierungwettbewerbsbei dem realisierbare Gestaltungsvorschläge zur Umsetzung dieses Konzepts eingebracht werden können. Ziel des „Masterplans Grazer Burg“ ist es, durch die Aufwertung des historischen Gebäudebestands und die Attraktivierung der Höfe und Fassaden der besonderen historischen Bedeutung gerecht zu werden und diese sichtbar zu machen. Ein neues Verkehrs- und Stellplatzkonzept soll eine nachhaltige Verkehrsberuhigung im gesamten Burgareal erwirken, gleichzeitig wird die weitestgehende Entsiegelung der Hofflächen angestrebt. Mit der Doppelwendeltreppe, der Ehrengalerie, dem Burggarten und der Orangerie sind aktuell nur einige wenige Bereiche der Grazer Burg als Besucher- bzw. Touristenattraktion erlebbar. Mit dem „Masterplan Grazer Burg“ sollen durch umfassende Sanierungs- und Adaptierungsmaßnahmen weite Teile des historischen Gebäudebestandes öffentlich zugänglich gemacht werden.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer unterstrich den Grund der geplanten Maßnahmen: „Die Grazer Burg ist nicht nur Sitz der Landesregierung, Attraktion für Besucherinnen und Besucher, sondern auch ein bauhistorisches Juwel und Teil des kulturellen Erbes unseres Bundeslandes. Über die vielen Jahrhunderte ihres Bestehens erlebte die Grazer Burg Zeiten des Ausbaus, der Erweiterung sowie des Rück- und Umbaus. Mit dem Startschuss für die umfassende Revitalisierung und Attraktivierung der historischen Zonen der Grazer Burg möchten wir sie mehr für die Öffentlichkeit öffnen. Daher freut es mich persönlich ganz besonders, dass wir dieses Projekt nach jahrelangen Gesprächen nun starten können.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang: „Mit dem ‚Masterplan Grazer Burg’ sorgen wir dafür, dass der steirische Regierungssitz in der Landeshauptstadt Graz für die Bevölkerung noch besser zugänglich wird. Die Burg wird zu einem Zentrum der lebendigen Geschichte unserer Steiermark. Professionell gestaltete Ausstellungsflächen, zeitgemäße Veranstaltungsinfrastruktur und zusätzliche Grünflächen lassen einen Ort der Begegnung entstehen, welcher der vielfältigen Historie unseres Landes gerecht wird und diese für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar macht.

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Ich möchte unserem Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer für die Initiative und die Idee zur umfassenden Revitalisierung der Grazer Burg danken. Denn es gehört zu den vornehmsten Pflichten einer Regierung, Verantwortung für das kulturelle Erbe zu übernehmen. Dieser Gebäudekomplex ist reich an Geschichte und an kulturellen Schätzen, die aber zum Teil über die Zeitläufe in verschüttgegangen sind. Nun gehen wir daran, diese Kulturschätze zu heben, wiederherzustellen und zu restaurieren. Als Kulturreferent der Steiermärkischen Landesregierung freue ich mich außerordentlich, dass es eine Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum geben wird, was die inhaltliche Gestaltung der Räumlichkeiten betrifft. Denn wir wollen den Auftrag wahrnehmen, einerseits unseren Jugendlichen, den interesseierten Steirerinnen und Steirern und nicht zuletzt auch Touristinnen und Touristen einen Eindruck darüber zu vermitteln, was es mit diesem Gebäudekomplex historisch auf sich hat. Der völlig neue Charakter des Ensembles der Grazer Burg mit ihren Innenhöfen, soll mit der Geschichte und der Kultur unseres Landes enger vertraut machen.“

Der „Masterplan Grazer Burg“ beinhaltet schwerpunktmäßig folgende Maßnahmen:

  • Sanierung und Adaptierung der derzeit als Lager genutzten Renaissancehalle im Karlstrakt und Einrichtung einer Empfangs- und ersten Informationszone für die Besucherinnen und Besucher der Burg
  • Restaurierung und Sanierung der Burgkapelle, der Dreisäulenhalle und der Einsäulenhalle im Friedrichstrakt für eine Ausstellungsgestaltung und Präsentationen mit dem Schwerpunkt „Graz als Residenzstadt“
  • Erschließung, Sanierung und Adaptierung des Untergeschosses und des Erdgeschosses des Registraturtraktes für die Präsentation und Vermittlung der Landespolitik und Landesgeschichte seit 1918 sowie von zeitgenössischen politischen und gesellschaftlichen Themen; Einrichtung der erforderlichen Infrastruktur für Diskussionsforen („think-tanks“) in Form von Multifunktionsräumen
  • Neuorganisation des 1. Burghofes mit dem Ziel die spezifischen Platzqualitäten als Ort für Veranstaltungen und offizielle Repräsentations- und Empfangszone zu stärken, Umsetzung einer nachhaltigen Verkehrsberuhigung, Neugestaltung des Bodenbelages mit einer Senkung des Versiegelungsgrades, Einrichtung von Verweilzonen für die Besucherinnen und Besucher
  • Neugestaltung des 2. Burghofes als „grüner Hof“ mit weitestgehender Entsiegelung, Empfangs- und Gartenzone für die neue Nutzung des Registraturtraktes und temporäre Nutzung für Kunst und Kulturveranstaltungen auch in Kooperation mit dem Schauspielhaus
  • Errichtung von Flächen für Lager und Haustechnik unter dem 2. Burghof mit Einbau einer umfassenden E-Ladestruktur zur Substituierung aller Parkflächen und E-Ladestationen.
  • Neugestaltung des 3. Burghofes mit Reduktion der Versiegelung des Bodenbelages, der Erweiterung der Bepflanzung und Nutzung für temporäre Freiluftveranstaltungen

Laut derzeitigem Planungsstand soll der Baustart im Laufe des Jahres 2023 erfolgen, die Gesamtfertigstellung ist aktuell für einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren ab Baustart anberaumt. Die Kosten, die laut Zusage zu 50 Prozent vom Bund getragen werden, belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro.