Landtag beschließt Wirtschaftsbericht 2012

Der Landtag Steiermark hat nach angeregter Debatte den Wirtschaftsbericht 2012 beschlossen. Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann begrüßte die Debatte und wies einmal mehr darauf hin, dass die Steiermark 2013 Europäische Unternehmerregion ist und mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,6% im Wettbewerb der Regionen herausragend ist. „2013 und 2014 wird die Wirtschaft laut Prognosen einschlägiger Forschungsinstitute zwar wachsen und somit Beschäftigung aufbauen. Das Wachstum wird aber nicht so hoch sein, dass auch Arbeitslosigkeit abgebaut werden kann“, erklärte Buchmann. Unerlässlich sind Investitionen in Bildung und Qualifizierung.

LR BuchmannDas Jahr 2012 war – so der Wirtschaftsbericht – von einem Paradoxon geprägt – in der Steiermark ist die Aktivbeschäftigung gestiegen – im Durchschnitt um 1,3%, leider ist zeitgleich aber auch die Arbeitslosigkeit gestiegen, im Durchschnitt betrug sie 2012 6,8%. „Im internationalen Vergleich und schwierigem europäischen Umfeld hat sich die steirische Wirtschaft aber behauptet und 2012 den Produktionswert der abgesetzten Produktion um +5,9% auf 32,5 Milliarden Euro gesteigert“, so der Landesrat. Weiters stellt der Wirtschaftsbericht dar, dass es für 2012 erste Schätzungen für die Exportwirtschaft gibt: Joanneum Research rechnet demnach für 2012 für die Steiermark mit einem Warenexportvolumen von 18,3 Milliarden Euro, das sind 2,4% mehr als 2011. Genaue Zahlen der Statistik Austria liegen für 2011 vor und weisen für die Steiermark einen Zuwachs an 15,8% auf, das ist die größte Dynamik aller Bundesländer. Der Anteil der Steiermark an den gesamtösterreichischen Warenexporten lag im Jahr 2011 bei 14,6% bzw. insgesamt 17,8 Milliarden Euro. Erstmals stehen auch vergleichbare Informationen zum regionalen Import zur Verfügung. Im Jahr 2011 verzeichnete die Steiermark ein Warenimportvolumen von 14,2 Milliarden Euro und exportierte damit um 3,6 Milliarden Euro mehr als importiert wurde, kann also eine positive Außenhandelsbilanz vorweisen.

Eine der größten Stärken des Wirtschaftsstandortes Steiermark ist die Innovationskraft, sie konnte 2012 weiter ausgebaut werden. Die Steiermark ist mit einer regionalen Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,6% nicht nur Österreichs Innovationsstandort Nummer 1, sondern spielt auch Europaweit in der Liga der Top vier mit Baden-Württemberg, Nordfinnland und der Region Kopenhagen. Wichtiger Innovationstreiber sind die Kompetenzzentren nach dem COMET-Programm des Bundes (Competence Centers for Excellent Technologies), von denen 22 von 50 in der Steiermark sind. Im Jahr 2012 hat wieder ein K-Projekte-Call stattgefunden, wo die Steiermark sieben von zehn K-Projekten in die Steiermark holen konnte. Mit einem Förderbarwert von 35,6 Millionen Euro lukriert die Steiermark am meisten Fördergelder von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) des Bundes. Erfreulich zeigt sich auch die Gründerstatistik, die für 2012 ein Plus von 2,4% ausweist, das sind konkret 4.801 neu gegründete Unternehmen.

Im Jahr 2012 sind auch wichtige Maßnahmen der steirischen Reformpartnerschaft umgesetzt worden. So wurde die Abteilung 14 „Wirtschaft und Innovation“ mit der Abteilung 12 fusioniert und trägt seit 1. August 2012 die Bezeichnung „A12 – Wirtschaft, Tourismus, Sport“. Über die Abteilung wurde 2012 ein Volumen von 1,8 Millionen Euro an Förderungen für 97 Fälle bewältigt. Der „starke“ Arm des Wirtschaftsressorts ist die SFG, die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft. In gemeinsamen Prozessen des gesamten Wirtschaftsressorts wird die Strategie jährlich an die Rahmenbedingungen der aktuellen Wirtschaftssituation angepasst und demgemäß auch die Förderungsprogramme adaptiert. 2012 bedeutete die Reduktion des Budgets auf immer noch 55,4 Millionen Euro eine Konzentration der Förderungsprogramme auf die Unterstützung innovativer wachstumsorientierter Unternehmen, auf exportorientierte Unternehmen sowie auf Qualifizierung, um auch dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Die SFG wickelte 1.725 Förderungsfälle ab und hebelte Projektkosten in Höhe von 476 Millionen Euro. „Besonders wichtig ist mir auch darauf hinzuweisen, dass die Förderung der Unternehmen in einem ausgewogenen Mix erfolgt. Der Bericht weist nach, dass das Ressort die richtigen Maßnahmen trifft, denn 81,4% der Förderungsfälle betreffen kleine und mittlere Unternehmen“, so der Wirtschaftslandesrat abschließend.