Von Höhen und Tiefen im österreichischen Fußball

„Das ÖFB-Team und der Traum von Brasilien“, den Kick-off für diesen unterhaltsamen und diskussionsreichen DiensTalk gab Landesgeschäftsführer LAbg. Mag. Bernhard Rinner. Über das runde Leder diskutierten am Podium der Ex-Fußballer und ORF-Analytiker Roman Mählich, der Präsident der Fußball-Bundesliga Ing. Hans Rinner, Ex-Fußballer und GAK-Meistertrainer Walter Schachner und Ex-Fußballer Ivica Vastic. Moderiert wurde der Abend vom legendären ORF-Sportkommentator Robert Seeger.

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© Foto Philipp/stvp

Tendenz zeigt nach oben
Viel Positives konnte Ivica Vastic der Entwicklung des österreichischen Fußballes abgewinnen. „Der österreichische Fußball ist auf einem guten Weg, sehr viele junge Spieler sind dabei. Die Tendenz zeigt nach oben“, so Vastic. Auch Walter Schachner attestierte dem Nationalteam einen Aufwärtstrend. Dennoch zeigte er sich kritisch: „Das Zwei zu Eins gegen Schweden war dilettantisch. Denn die österreichische Leistung wird immer durch ähnliche Tore zusammengehaut.“

Ein klares „Ja“ für Koller
Unisono sprachen sich die Podiumsteilnehmer für den Trainer der Nationalmannschaft Marcel Koller aus. Man war sich einig, dass er der richtige Trainer ist, weil er das Können und das Wissen besitzt und auch das notwendige Vertrauen zum Team aufgebaut hat.

Österreich eine Ausbildungsliga?
Hans Rinner zeigte sich erfreut, dass viele junge Spieler ins Ausland zu renommierten Fußballvereinen gebracht werden konnten. „Ich freue mich über die Entwicklung des Fußballs in Österreich. Aber jeder weiß, der sich mit Fußball beschäftigt, dass Österreich sich nie mit Deutschland oder England messen wird können“, so Rinner. Auch große Erfolge wären möglich, aber die österreichische Liga werde immer eine Ausbildungsliga bleiben.

Als eine entscheidende Maßnahme in der Entwicklung des österreichischen Fußballs nannte Hans Rinner die Etablierung der Fußballakademien. „Das war ein wesentlicher Schritt der Professionalisierung. Diese Akademien tragen Früchte und trotz oftmals gegenteiliger allgemeiner Meinung geht in Österreich der überwiegende Teil des Fördergeldes in die Nachwuchsarbeit“, so Rinner.

Roman Mählich fragte Rinner kritisch, warum Österreich dennoch nicht international mithalten könne? „Die Ausbildung ist noch nicht gut genug, es gibt große Unterschiede zu den Top-Nationen“, zeigte sich Mählich überzeugt. Rinner nannte als Erklärung, dass die Einstellung der Menschen zum Fußball und nicht das Ausbildungsthema der Grund sei. Die Motivation fehle.

Als das Nonplusultra  im Fußball bezeichnete Walter Schachner die deutsche Bundesliga. Kritisch sieht er das System der Fußballakademien. „Nur wenige schaffen den Sprung in eine Kampfmannschaft. Jenen Talenten, die in einer Unterliga spielen, wird keine bis wenig Beachtung geschenkt“, so Schachner.

Abschließend zeigte man sich aber einig, dass, wenn der notwendige Siegeswillen und die Leidenschaft vorhanden sind, auch internationale Erfolge für Österreich in Zukunft greifbar sein werden.