Qual der Wahl: Wer soll uns regieren?

Es ist das politische Thema Nr. 1 derzeit in der Steiermark: die Landtagswahl am 24. November.

Während auf Bundesebene noch fleißig sondiert wird und demnächst erste Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden, blickt man in der Steiermark der nächsten Wahl entgegen. In weniger als vier Wochen schreiten die Steirerinnen und Steirer zu den Wahlurnen, um einen neuen Landtag zu wählen. Der Wahlkampf hat für so manche Partei längst begonnen, eine intensive Zeit steht somit bevor – vor allem auch für die Medienvertreter, die täglich über das politische Geschehen im Land berichten wollen.

Günter Encic, Stephan Legat, Michael Fleischhacker und Ernst Sittinger diskutierten zum Thema „Qual der Wahl: Wer soll uns regieren?“

Wer soll uns regieren? Diese Frage stellten sich gestern im Rahmen des „DiensTalks“ in der Zentrale der Steirischen Volkspartei Ernst Sittinger (Mitglied der Chefredaktion der Kleinen Zeitung), Stephan Legat (Stv. Programmchef der Antenne Steiermark) und Günter Encic (ehemaliger Leitender Redakteur des ORF Steiermark und Polit-Blogger) – einmal mehr moderiert von Michael Fleischhacker, selbst ja auch seit vielen Jahren in der Medienbranche tätig. Und auch wenn dieser meinte, dass Diskussionen unter Journalisten eher „langweilig“ wären – das war es definitiv nicht an diesem Abend.

Sittinger hatte auf die Ausgangsfrage gleich die passende Antwort parat: „Es geht nicht darum, WER uns regieren soll, sondern WIE derjenige sein soll, der uns regiert.“ Wer die Steiermark am besten weiterbringt, der solle für die nächsten fünf Jahre das Ruder übernehmen – das betonte Encic. Und meinte im selben Atemzug: „Es hat aber jede Steirerin und jeder Steirer eine eigene Vorstellung, was für die Steiermark am besten ist.“ Legat verwies darauf, dass der Job des Journalisten nicht daraus bestehen sollte, persönliche Wahlempfehlungen abzugeben, sondern die eigene Meinung hintanzustellen und das Gesamtbild aller Parteien bestmöglich abzubilden: „Medien sollten lediglich Orientierung geben, wer das Land regieren kann. Letztendlich liegt es schon in der Verantwortung des Wählers, wem er die Stimme gibt.“

Ein kurzer Schwenk in den Bund zeigte, dass alle drei geladenen Medienvertreter eine türkis-grüne Koalition für am wahrscheinlichsten halten. Auch wenn diese mitunter in einigen Bereichen noch viel Konfliktpotential haben könnte.

Auf Landesebene präsentiert sich die Situation anders, wobei es bei der anstehenden Wahl laut den Journalisten vor allem um Mobilisierung gehen wird. „Die Parteien werden sich anstrengen müssen, ihre Wähler zu mobilisieren. Sonst wird es ein eher unaufgeregter Wahlkampf“, glaubt Legat. Sittinger ortete eine gewisse Wahlmüdigkeit bei den Menschen und ein fehlendes emotionales Thema. Encic hob hervor, dass die Bevölkerung auf jeden Fall den Wunsch hätte, dass in der Politik weniger gestritten werden sollte.

Ob es in der Politik auf Personen oder Programme ankommen würde – diese Frage fehlte beim DiensTalk auch nicht. „Wenn ich eine ausgesprochen unsympathische Person habe, hilft mir das beste Programm nichts. Umgekehrt ist es aber auch so. Ich hoffe schon, dass letztlich trotzdem das Programm eine wesentliche Rolle spielt“, antwortete Sittinger darauf. Legat betonte wiederum, dass es auf die Ebene ankomme: „Den Bürgermeister in meiner Heimatgemeinde wähle ich vermutlich deswegen, weil ich ihn persönlich kenne und er mir sympathisch ist. Je weiter oben, also zum Beispiel auf Bundesebene, geht es schon mehr um das Programm.“ Encic hakte hier ein: „Programme schaut sich kaum jemand wirklich an, die Spitzenkandidaten sind immer noch wichtige Wahlmotive für die Menschen.“ Das bestätigte auch Legat: „Das Um und Auf für einen Politiker ist Souveränität auszustrahlen. Die Menschen haben ein Bedürfnis nach Ruhe und Stabilität.“

Diskutiert wurde auf jeden Fall genug, auch die anwesenden Gäste mischten sich fleißig mit interessanten Meinungen in die Runde ein. Die Frage, wer uns nach dem 24. November regieren soll, konnten die vier Medienvertreter allerdings nicht beantworten – besser gesagt wollten sie nicht…

 

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